Mit dem Regionalligisten Wacker Nordhausen soll es weiterhin aufwärts gehen – Sportchef Gaudino

Jubel im Darmstädter Blau: Marco Sailer trägt nun das Trikot des RegionalligistenNordhausen.

Kassel. Etwa 100 Kilometer nordöstlich von Kassel liegt die thüringische 40 000-Einwohner-Stadt Nordhausen. Bis vor kurzem wurde der Ort eher mit Schnaps als mit dem Fußballklub FSV Wacker in Verbindung gebracht, aber bemerkenswerte Personalien lassen aufhorchen und vermuten, dass der Regionalligist Wacker Nordhausen zumindest mittelfristig in der 3. Liga auftauchen soll.

Auch wegen der beiden Ex-Löwen Kevin Rauhut und Tobias Becker haben wir uns mit dem aufstrebenden Verein beschäftigt.

DIE GESCHICHTE

Als es noch die DDR gab, spielten die Fußballer überwiegend in der 2. Liga und traten unter dem Namen BSG Motor an. Seit 1990 heißt der Klub wieder fast so wie 1905, als der FC Wacker Nordhausen gegründet wurde.

DIE AKTUELLE SITUATION

Die vergangene Saison hat der FSV Wacker als Tabellendritter der Regionalliga Nordost abgeschlossen, aber im 8000 Zuschauer fassenden Stadion verloren sich im Schnitt 1700 Fans, sodass der Klub etwas mehr Aufmerksamkeit gut gebrauchen kann.

Trainer Joe Albersinger war in der vergangenen Saison noch für die U17 des TSV 1860 München tätig und hat sich bisher einen Namen als Ausbildungstrainer gemacht. Der Sportchef, der Torwarttrainer und einer der neuen Mittelfeldspieler sind aber wohl auch deshalb verpflichtet worden, weil sie Charaktere mit Kultstatus-Potenzial sind. Sportdirektor Maurizio Gaudino hat in den Jahren 1993 und 1994 fünf Länderspiele bestritten und musste sich auch außerhalb des Fußballfeldes über fehlende Aufmerksamkeit nicht beklagen. 1994 wurde der jetzt 49-Jährige nach einer Talkshow im TV-Studio festgenommen und später wegen Beihilfe zum Versicherungsbetrug zu zwei Jahren und vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Torwarttrainer Tomislav Piplica (47) war während seiner langen Profikarriere (1989 - 2009) zwar ein Könner zwischen den Pfosten, aber in Erinnerung bleibt hauptsächlich sein spektakuläres Eigentor als Keeper von Energie Cottbus. In der Saison 2001/2002 reagierte Piplica in der Partie gegen Borussia Mönchengladbach nach einer Bogenlampe nicht, der Ball flog auf seinen Kopf und von dort aus ins Tor.

Bleibt Marco Sailer. Der 30-jährige Mittelfeldspieler ist der Liebling der Fans von Darmstadt 98. Für die Lilien kickte Sailer in den vergangenen drei Jahren. Zuletzt fiel er jedoch eher durch seinen Rauschebart als durch außergewöhnliche Leistungen auf dem Fußballplatz auf.

DIE EX-LÖWEN

Tobias Becker war vier Jahre Mittelfeldspieler und zuletzt auch Kapitän des KSV Hessen, der auch seinen Torwart nach Nordthüringen ziehen lassen musste. Kevin Rauhut nimmt in Nordhausen gegen Tino Berbig den Kampf um den Stammplatz zwischen den Pfosten auf.

Von einer Favoritenrolle Wackers in der Regionalliga Nordost will der 26-Jährige allerdings nichts wissen. „Natürlich wollen wir eine gute Rolle spielen, aber die Konkurrenz ist stark, und wir werden hier in Nordhausen von niemandem unter Druck gesetzt“, sagt Rauhut.

DIE SPONSOREN

Rauhut lacht, wenn sein neuer Klub mit der TSG Hoffenheim oder RB Leipzig verglichen wird. Männer wie Dietmar Hopp oder Dietrich Mateschitz gibt es in Nordthüringen nicht, aber Sponsoren sind für einen ambitionierten Fußballklub natürlich unentbehrlich. Rauhut: „Es ist in den vergangenen Jahren gelungen, ein funktionierendes Netzwerk mit lokalen Unternehmen zu errichten.“

Sucht man nach Hauptsponsoren, stößt man auf nicht weniger als neun Unternehmen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.