Bad Hersfeld/Rotenburg. Florian Seebauer ist 25 Jahre alt und stolzer Bayer. 2010 hat es ihn von Amberg nach Bad Hersfeld verschlagen. Über das Internet kam der Single mit der hiesigen Mountainbiker-Szene in Kontakt - genauer gesagt mit den Akteuren von „Yo-Trail“.
Der Diplom-Ingenieur für Verfahrenstechnik trat bei der Kali + Salz AG eine Arbeitsstelle im Heringer Werk an, wohnt aber in der Kreisstadt. Schnell fand der begeisterte Skifahrer bei "Yo-Trail" neben dem Beruf die Möglichkeiten für Aktivitäten im privaten Bereich.
Die stellen eine Abteilung der Skigemeinschaft Kreis Rotenburg, kurz SGKR. Ihre sportliche Heimat haben sie in einem Waldgebiet am Bad Hersfelder Johannesberg. Gut 50 Fahrer im Alter von zehn bis 48 Jahren messen ihr Können in den Kategorien Downhill, Freeride oder Dirt Jump. Einige nehmen weite Anreisen in Kauf, um den attraktiven Kurs zu befahren. Die Abteilung der SGKR hat Mitglieder aus Mainz, Willingen und Thüringen. Elmar Henrich, der neben dem Weiteröder Lothar Barth die Geschicke der Abteilung leitet, ist stolz darauf.
Ein wichtiges Anliegen der Biker ist auch, Sport und Natur in Einklang zu bringen. Und in diesem Bereich ist in den 13 Jahren, die seit den zaghaften Anfängen 1998 vergangen sind, viel erreicht worden. Alle, denen der Wald am Herzen liegt, sind einbezogen worden. Die Biker, Revierförster Dieter Mathes und die Jagdpächter haben eine gemeinsame Plattform gefunden in Fragen der Wegeführung und des Wildbestandes. Auch die Interessen von Wanderern und anderen Nutzern des Waldes waren zu berücksichtigen.
Einen weiteren Aspekt von „Yo-Trail“ ist das von der Europäischen Union geförderte Projekt „Stärken vor Ort“. Es soll helfen, Jugendliche und junge Erwachsene durch gezielte Betreuung auf das Berufsleben vorzubereiten. Eine Art Außenstelle hat die SGKR-Abteilung im alten Sägewerk von Wüstfeld gefunden. Dort werden die teuren Räder repariert und gepflegt.
Unabdingbar für die Bewältigung des knapp 1500 Meter langen Parcours am Johannesberg ist körperliche Fitness. „Einfach mal so aufs Rad und los - das geht nicht,“ sagt Florian Seebauer. Da wäre das Risiko eines Sturzes viel zu groß. Deshalb wird im Winter in der Sporthalle von Schenklengsfeld Kondition getankt. In Thomas Bretting (Bebra) steht dafür ein profilierter Übungsleiter zur Verfügung.
Ohne Risiko ist dieser Sport nicht. Um es zu mindern, schützen sich die Fahrer mit Helmen, Rückenprotektoren, Knie- und Armschonern. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, sollen demnächst Kurse für die Erstversorgung angeboten werden.
Von Michael Rimkus



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