Basketball-Bezirksligist hat noch kein Spiel verloren, den größten Center der Liga und will doch nicht aufsteigen

Die Borkenkäfer sind Abo-Meister

Ein bunter Haufen: Die Borken Bugs als ungeschlagener Tabellenführer mit (von links) Christopher Gathen, Nils Fröhlich, Anton Hammel, Spielertrainer Jörg Jakob, Martin Wagester, Frank Lohrmann, Philipp Stirn, Burak Tastemel, Kai Klepp und Tobias Wolf. Es fehlt der Wahl-Berliner Michael Wagester. Foto: Kasiewicz

Borken. Zweimal in Folge wurden sie schon Meister und auch in dieser Serie sieht es gut aus. Die Basketballer der TuSpo Borken haben in dieser Bezirksliga-Saison noch kein Spiel verloren. Aufgestiegen wird aber wohl erneut wieder nicht.

Seit Mitte der achtziger Jahre besitzt der TuSpo eine Basketball-Abteilung. Ihren größten Erfolg feierten die Nordhessen in der Saison 2009/10, als sie den Aufstieg in die Landesliga schafften. Dort hielten sie sich zwei Jahre lang. Das Team nennt sich in Anlehnung an den Borkenkäfer „Borken Bugs“. Ob das Aufstiegsrecht für die Landesliga wahrgenommen wird oder wie die Jahre zuvor abgelehnt, ist für Spielertrainer Jörg Jakob ungewiss. „Die Landesliga wäre mit viel Aufwand verbunden. Wir erfüllen die Vorgaben und von unserem Leistungsvermögen könnten wir dort bestehen, allerdings müssten wir dann unglaubliche Strecken auf uns nehmen und wir werden auch nicht jünger.“

Denn ein Großteil der Mannschaft besteht aus Routiniers, die seit mehr als zehn Jahren den Kern des Teams bilden. „Die Chemie ist überragend und hält alles zusammen“, sagt Allrounder Nils Fröhlich, der seit 15 Jahren dabei ist. Er wohnt in Bad Hersfeld und fährt zweimal pro Woche die weite Strecke zum Training. Damit ist er nicht allein. Die meisten wohnen nicht mehr in Borken, sondern in Kassel und Umgebung. Michael Wagester, dessen Bruder Martin ebenfalls am Start ist, reist sogar extra aus Berlin zu den Spielen.

Größter Spieler der Liga

„Ohne diesen Zusammenhalt und die Freude an unserem Sport, wäre das alles nicht möglich“, sagt Jakob und erzählt, dass eigentlich jeder der Spieler noch eine andere Funktion um das Team herum inne hat. Angefangen beim Jugendtrainer über die Schiedsrichter bis hin zum Abteilungsleiter sind sie es immer selbst gewesen, die die Sparte des Vereins am Leben gehalten haben.

Ein weiterer Vorteil, den die Bugs gegenüber den anderen in der Bezirksliga haben, ist ihre Größe. Mit 2,14-Meter-Center Frank Lohrmann verfügt das Team über den größten Mann der Liga. „Ich bin nicht der schnellste, aber meine Größe gleicht das aus“, erklärt der Riese seine Stärken. Auch er ist seit 13 Jahren bei den Bugs, fand sogar erst mit 18 zum Basketball. Vorher spielte er Fußball. Dann begann er seine Basketballlaufbahn in Bad Wildungen. Als die Mannschaft sich auflöste wechselte er nach Borken.

Dieses Szenario könnte sich wiederholen. Die Kurstädter haben erneut Schwierigkeiten, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten - und Borken ist die nächste Anlaufstelle. Dennoch zeigt dieses Beispiel das Problem des Basketballs in Nordhessen. Gerade die Jugendarbeit „ist ein Kampf, den wir trotz vieler Widrigkeiten immer weiter am Laufen halten“, sagt Jakob. Und peilt nun mit seinen Bugs am Samstag (16.30 Uhr) in Fulda den elften Sieg in Serie an.

Kontakt zu den Bugs

Für alle Jugendlichen: Trainingszeiten und Ansprechpartner findet man auf der Vereinsseite des TuSpo Borken. www.tuspo-borken.de

Von Moritz Minhöfer

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