Baunatal. Weil ein Baunataler Spieler den Schiedsrichter tätlich angegriffen hatte, wurde das Basketball-Landesligaspiel zwischen dem TSV Vellmar und dem American Friendship Club (AFC) Baunatal abgebrochen. Die Folge: Die Mannschaft wird abgemeldet, und Jamal Clutchett ist zurückgetreten. Wir haben mit dem Ex-Trainer der Baunataler gesprochen.
Herr Clutchett, Sie haben Ihren Rücktritt damit begründet, dass Sie nicht mehr den Babysitter geben wollen. Wie viele Sorgenkinder hatten Sie denn?
Clutchett: Ich möchte jetzt keine Zahl nennen, aber es waren auf jeden Fall zu viele. Zudem möchte ich eines klarstellen. Die Spieler, die ich meine, sind grundsätzlich keine schlechten Menschen, aber auf dem Feld rasten zu viele aus.
Gegen wen richten sich die Aggressionen hauptsächlich?
Clutchett: Oft, wie jetzt in Vellmar, gegen die Schiedsrichter, aber auch ich fühle mich respektlos behandelt. Ich fühle mich nicht ernstgenommen, denn ich habe schon oft gefordert, das schlechte Benehmen auf dem Basketballfeld zu unterlassen.
Was verstehen Sie in diesem Zusammenhang unter schlechtem Benehmen?
Clutchett: Es gab, wie auch jetzt in Vellmar, Handgreiflichkeiten. Zudem sind nicht alle verbalen Angriffe - zum Beispiel in Richtung Schiedsrichter - druckreif.
Es gibt allerdings auch Basketballer, die Ihre ehemaligen Spieler in Schutz nehmen. Da ist auch die Rede von rassistisch motivierten Provokationen gegen Ihre Multikulti-Truppe. Können Sie dies bestätigen?
Clutchett: Es hat solche Provokationen gegeben, aber das darf natürlich kein Freibrief für das schlechte Benehmen meiner Ex-Spieler sein.
Gibt es auch Schiedsrichter, die Ihre Spieler provoziert haben?
Clutchett: Nicht alle Schiedsrichter haben allen unseren Spielern immer die Hand gegeben.
Wie lange waren Sie denn - wie Sie sagen - Babysitter beim AFC Baunatal?
Clutchett: Vor 15 Jahren bin ich beim AFC Baunatal Spielertrainer geworden.
Gab es beim AFC Baunatal schon immer die von Ihnen angesprochenen Probleme?
Clutchett: Es ist in der jüngeren Vergangenheit schlimmer geworden.
Wie viele Nationen waren in Ihrer Mannschaft vertreten?
Clutchett: Es war eine Weltauswahl. Die Spieler kommen aus Deutschland, USA, Polen, Russland, Armenien, Türkei, Kroatien und Spanien.
Ist nun zu befürchten, dass der AFC völlig von der Bildfläche verschwindet?
Clutchett: Nein. Unsere zweite Mannschaft spielt weiterhin in der Bezirksliga. Zudem haben wir eine U-16-Jugendmannschaft.
Haben Sie schon Pläne für Ihre sportliche Zukunft?
Clutchett: Ich bin seit einem Jahr auch Trainer beim Basketball-Bezirksligisten PSV Münden und stehe dem AFC Baunatal weiterhin gern mit Rat und Tat zur Seite.
Von Gerd Brehm



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.