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Marathon-Studie: Gehphasen haben was gebracht

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Vor dem Start: Prof. Dr. Kuno Hottenrott (vorn rechts) und ein Teil seiner Probanden sind bereit für den Kasseler Marathon. Foto:  Lipke
Vor dem Start: Prof. Dr. Kuno Hottenrott (vorn rechts) und ein Teil seiner Probanden sind bereit für den Kasseler Marathon. Foto:  Lipke

Kassel. Noch fehlen die Blutwerte vom letzten Laktattest. Aber eine wichtige Erkenntnis hat die Studie des Kasseler Sportwissenschaftlers Prof. Dr. Kuno Hottenrott bereits ergeben: Bei einem Marathon können Läufer, die Gehphasen einlegen, genauso schnell sein wie Sportler, die die 42,195 Kilometer lange Strecke ohne Pausen absolvieren.

Das beziehe sich auf Läufer im Leistungsbereich von 3:20 bis 5:20 Stunden, erläutert Hottenrott.

Mit dem Verlauf der Studie „Mit gezielten Gehphasen zum Marathon“ und den ersten Ergebnissen sei er sehr zufrieden, sagt der Leiter des Instituts für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung der Universität Halle-Wittenberg. In den sieben Monaten seit November vergangenen Jahres hatten sich die Probanden auf den Kasseler Marathon vorbereitet. Sie erhielten Trainings- und Ernährungspläne und absolvierten drei Leistungstest bis zum großen Marathontag. 43 Studienteilnehmer gingen am 12. Mai auf die Strecke, 40 kamen ins Ziel. 22 Sportler legten Gehphasen ein, 18 liefen durch. „Die Gehphasen haben wirklich was gebracht“, bilanziert Hottenrott.

Denn eine Befragung unmittelbar nach dem Rennen habe Folgendes ergeben:

1. Die Läufer aus der Gehphasen-Gruppe hatten weniger Muskelschmerzen.

2. Diese Gruppe hatte weniger Probleme während des Rennens.

3. Diese Gruppe fühlte sich im Ziel weniger erschöpft.

Ein Teilnehmer, der die Strecke mit Gehphasen bewältigt hat, drückt es so aus. „Vor etwa zehn Jahren bin ich schon mal Marathon gelaufen, zuletzt den Halbmarathon – aber so gut wie jetzt habe ich mich nach keinem der vergangenen Läufe gefühlt“, sagte Marcel Everding nach den gut 42 Kilometern. Hottenrott fügt noch hinzu, dass sich die Läufer mit den Gehphasen in wenigen Tagen erholt hätten. Exakte Ergebnisse würde aber erst die Auswertung der Blutwerte bringen.

Außerdem gab es diese Erkenntnisse:

• Aus den Laktatleistungstests vor dem Marathon wurde für jeden Studienteilnehmer zuvor die Endzeit berechnet. Und bei tatsächlich 27 Probanden unterschied sich die Zeit um weniger als zehn Minuten.

• Mit einer Ausnahme gaben alle an, dass der Marathon sehr viel Spaß gemacht hat.

• 87 Prozent wollen wieder einen Marathon absolvieren.

Nach Hottenrotts Ansicht haben die Gehphasen nicht nur körperliche, sondern auch psychologische Vorteile. „Die Läufer freuen sich dann regelrecht auf die nächste Pause. Das beflügelt“, sagt der Fitness-Experte. Alles in allem ist Hottenrott auch deshalb zufrieden, weil alle Teilnehmer „hervorragend mitgezogen haben“. Selbst beim letzten Laktattest am vergangenen Donnerstag habe keiner gefehlt. Für Hottenrott ist klar, dass diese Studie vielen Hobbyläufern Mut für einen Marathon geben kann.

Von Robin Lipke

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