Kassel. Derbys haben ihre eigenen Gesetze, vor deren Auslegung insbesondere vermeintliche Favoriten auf der Hut sein müssen. Wie die MT Melsungen. Der Handball-Bundesligist wollte gegen die HSG Wetzlar gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: dem Nachbarn die Grenzen aufzeigen und nach fünf Spielen ohne Sieg in der Handball-Bundesliga in die Erfolgsspur zurückkehren.
Beides misslang. Beim 30:30 (17:14) erlebten die Roth-Schützlinge eine dieser unliebsamen Überraschungen, die solchen unberechenbaren Duellen eigen sind. Dabei hätte es noch ärger für die Gastgeber kommen können, wenn „Joker“ Jens Schöngarth nicht wieder mal in letzter Sekunde gestochen hätte.
Es knisterte in der voll besetzten Rothenbach-Halle. Die tolle Derby-Atmosphäre schien die Gäste allerdings zunächst mehr zu beflügeln. Zu Beginn wacher, konsequenter im Umschalten und Abschluss übernahmen die Wetzlarer das Kommando, wobei insbesondere die Rückraumschützen Daniel Valo und Philipp Müller ohne jede Anlaufzeit auskamen. Im Gegensatz zur Melsunger Aufbaureihe. Also wurden von Spielmacher Fahlgren immer wieder Rechtsaußen Karipidis und Kreisläufer Danner gesucht. Mit Erfolg. Mit zwei verwandelten Siebenmetern, herausgeholt von Felix Danner, sorgte Savas Karipdis nach 16 Minuten für den Ausgleich zum 7:7.
Von nun an war‘s ein ausgeklügelter Kampf auf Augenhöhe, wobei auch die beiden Trainer jederzeit dank ihrer taktische Nadelstiche präsent waren. Chalepos kurzzeitig angeordnete Manndeckung gegen Grigorios Sanikis bzw. Nenad Vuckovic zeigte dabei genauso Wirkung wie Roths Umstellung der 6:0-Deckung auf eine 5:1-Formation. Das Patt wurde aufgelöst, als endlich die erste und zweite Welle der MT ins Rollen kam. Kein Wunder also, dass zwei erfolgreiche Tempogegenstößedurch Michael Allendorf und Patrik Fahlgren erstmals für eine Zwei-Tore-Vorsprung der Bartenwetzer (16:14) sorgten.
Getoppt noch durch einen gelungenen Kempa-Trick zwischen Allendorf und Vasilakis in Unterzahl sechs Sekunden vor der Pause zum 17:14. Der MT-Motor schien warmgelaufen, aber der HSG-Widerstand war noch lange nicht gebrochen. Auch nicht, als Danner und Vuckovic auf 19:14 erhöhten (33.). Denn danach gelang es Georgios Chalkidis und Peter Jungwirth in Überzahl auf 20:17 (35.) zu verkürzen. Durch Chalkidis und Alois Mraz kamen die Gäste trotz Sandströms Paraden auf 21:19 (39.) heran. Melsunger Fehlzündungen im Angriff hielten die Mittelhessen sogar in Unterzahl bei einer Zeitstrafe für Kevin Schmidt (41.) im Spiel.
Spätestens nachdem Daniel Valo zum 22:22 traf (43.), wurde guter Rat auf Melsunger Seite teuer, zumal die eingewechselten Salzer, Mraz und Friedrich neues Feuer im HSG-Rückraum entfachten. So blieb‘s spannend und wurde in der Schlussphase dramatisch: 18 Sekunden vor Schluss trifft Timo Salzer zum 29:30 und praktisch mit der Schlusssirene „Joker“ Schöngarth zum 30:30.
Von Ralf Ohm
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| Platz | Mannschaft | Spiele | Tore | Diff | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | THW Kiel | 32 | 1033:756 | 277 | 64 |
| 2 | SG Flensburg/H. | 32 | 994:855 | 139 | 53 |
| 3 | Füchse Berlin | 32 | 952:825 | 127 | 50 |
| 4 | HSV Hamburg | 33 | 1017:907 | 110 | 49 |
| 5 | Rhein-Neckar-Löwen | 32 | 972:899 | 73 | 44 |
| 6 | SC Magdeburg | 33 | 956:908 | 48 | 39 |
| 7 | TBV Lemgo | 32 | 931:920 | 11 | 36 |
| 8 | FA Göppingen | 32 | 846:856 | -10 | 32 |
| 9 | MT Melsungen | 32 | 891:931 | -40 | 29 |
| 10 | VfL Gummersbach | 31 | 918:979 | -61 | 27 |
| 11 | TuS Nettelstedt-Lübbecke | 32 | 878:894 | -16 | 26 |
| 12 | TSV Burgdorf | 31 | 887:942 | -55 | 24 |
| 13 | TV Großwallstadt | 32 | 804:872 | -68 | 24 |
| 14 | HBW Balingen/W. | 32 | 802:887 | -85 | 22 |
| 15 | HSG D/M Wetzlar | 32 | 800:842 | -42 | 19 |
| 16 | Bergischer HC | 32 | 871:977 | -106 | 17 |
| 17 | TV Hüttenberg | 32 | 830:944 | -114 | 17 |
| 18 | Eintracht Hildesheim | 32 | 818:1006 | -188 | 4 |
für den 37. Spieltag
| Heim | Gast | Spiel |
|---|---|---|
| TV Großwallstadt | Eintracht Hildesheim | 35:20 |
| HBW Balingen/W. | Füchse Berlin | 21:26 |
| Bergischer HC | TV Hüttenberg | 28:25 |
| HSG D/M Wetzlar | HSV Hamburg | 26:28 |
| THW Kiel | TuS Nettelstedt-Lübbecke | 27:24 |



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