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HNA-Interview mit Janne Friederike Meyer: "Kämpfe mich zurück nach oben"

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Von: Sebastian Schmidt

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Mit Freude in Spangenberg: Amazone Janne Friederike Meyer, die hier ihr Pferd Codex für die erste Qualifikation der Mittleren Tour sattelt. Mit vier Fehlerpunkten konnte sie sich dabei allerdings nicht platzieren. Foto: Kasiewicz
Mit Freude in Spangenberg: Amazone Janne Friederike Meyer, die hier ihr Pferd Codex für die erste Qualifikation der Mittleren Tour sattelt. Mit vier Fehlerpunkten konnte sie sich dabei allerdings nicht platzieren. © HNA/Kasiewicz

Spangenberg. Seit 2001 gehört Janne Friederike Meyer zu den Dauergästen beim Internationalen Reitturnier in Spangenberg. Die Schenefelderin zählt zu den besten Amazonen Deutschlands.

Sportlich hat für sie eine neue Zeitrechnung begonnen. Ihr Championatspferd Cellagon Lambrasco, stets liebevoll „Mops“ genannt, wurde im Mai in den Ruhestand geschickt.

Frau Meyer, wie geht es Mops?

Janne Friederike Meyer: Ihm geht es richtig gut. Ebenso wie mein erstes Erfolgs-Pferd Callistro lässt er es sich jetzt auf dem Hof meiner Eltern gut gehen. Er war schon immer ein fressbegeistertes Pferd und schlägt sich nun den Bauch voll. Ich besuche ihn alle ein bis zwei Wochen und glaube, ich vermisse ihn mehr als er mich.

Weswegen war Cellagon Lambrasco besonders erfolgreich?

Meyer:  Sein Kampfgeist war herausragend. Er war nicht das Pferd, dem man von Anfang an große Turniere zugetraut hatte. Aber er hat die schwersten Parcours der Welt gemeistert.

Auf welches Pferd setzen Sie in Spangenberg?

Meyer: Neben meinen beiden siebenjährigen Youngstern Chloé und Codex bringe ich Goja und Luke McDonald mit nach Spangenberg. Die Beiden sollen sich in der Mittleren und Großen Tour abwechseln. Goja ist eines meiner Nachwuchspferde, aber ich habe ihn erst ein knappes Jahr und wir sind noch nicht so eingespielt wie ich es mit Mops war.

Was macht Spangenberg für Sie aus?

Meyer: 2001 durfte ich mich als junge Reiterin erstmalig hier beweisen, habe die erste Qualifikation zum Großen Preis gewonnen und mich im Großen Preis platziert. Das war ein ganz tolles Erlebnis, weswegen ich immer wieder mit einer schönen Erinnerung anreise. Die familiäre Nähe zu den Veranstaltern, das mitfiebernde Publikum und die Tradition sorgen stets für eine besondere Stimmung.

Wissen Sie, was Sie mit Luciana Diniz und Meredith Michaels-Beerbaum eint?

Meyer: Beides sind Frauen. Zwei sehr erfolgreiche Sportlerinnen. Besonders Meredith ist eines meiner Vorbilder. Aber konkret?

Beide sind neben Ihnen die einzigen Frauen, die in Spangenberg siegen konnten.

Meyer: Das hätte ich nicht gewusst. Generell achte ich nicht so sehr auf Frau oder Mann… Meiner Meinung nach spielt das in unserem Sport keine so große Rolle.

Wie groß ist die Chance, 2014 erneut in Spangenberg zu siegen?

Meyer:  Es wäre wohl mal wieder Zeit (reibt sich die Hände). Ich werde es zumindest versuchen, aber, ehrlich gesagt, ist es dieses Jahr nicht besonders wahrscheinlich. Das Starterfeld ist sehr gut und mir fehlt mit meinen neuen Pferden noch etwas Routine.

Also braucht es Zeit, damit Sie wieder dahin kommen, wo Sie 2012 waren. Täuscht es oder war ausgerechnet Olympia ein Bruch in Ihrer Karriere?

Meyer:  Ich würde es nicht als Bruch bezeichnen. So unglücklich es in London mit dem frühen Aus im ersten Durchgang mit der Mannschaft gelaufen ist, stand unabhängig davon für mich fest, dass es das letzte Championat für Mops sein wird. Da war er 14. Derzeit habe ich leider kein fertiges Pferd für ein Championat. Selbst das talentierteste Nachwuchspferd braucht Jahre lange Ausbildung, um im großen Sport Fuß zu fassen.

Als Folge davon sind Sie seit Januar 2013 im B-Kader. Wie ist der Kontakt zu Bundestrainer Otto Becker?

Meyer: Der ist gleichermaßen gut. Mein Ziel ist es, wieder in den A-Kader zu kommen. Aber Pferde sind eben Lebewesen und man braucht neben Einfühlungsvermögen auch viel Geduld. Deswegen ist Reiten ein lebendes System. Ich bin sportlich betrachtet von unten gekommen, war ganz oben und kämpfe mich nun zurück nach oben.

Seit 2001 sind Sie selbständig mit Turnier- und Ausbildungsstall. Wie viel schwieriger ist das über die Jahre geworden?

Meyer:  Am Anfang hatte die Vermarktung Priorität. Ich bekam junge Pferde zur Ausbildung und zum Verkauf und war praktisch Dienstleister. Jetzt habe ich das Glück mit der Hilfe von Pferdebesitzern und Sponsoren einen großen Teil meiner Top-Pferde für meinen Sport halten zu können.

Vor einem Jahr sind Sie per Fernstudium zur Pferdemanagerin ausgebildet worden. Haben Sie sich ein neues Standbein aufgebaut?

Meyer:  Nein. Es hat mich lediglich interessiert, hinter betriebswirtschaftliche Strukturen blicken zu können. Ich bin nun quasi meine eigene Unternehmensberaterin und bin ständig bestrebt mich und mein Unternehmen zu optimieren.

Von Sebastian Schmidt

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