Fuldabrück. 58 Minuten lang konnte sich keine Mannschaft einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Nicht die Gastgeberinnen von der TSG Dittershausen und auch nicht die HSG WVC/Südstadt Kassel. So wogte der Kampf hin und her, bis die Gäste mit 25:23 (14:16) die Oberhand behielten und im Abstiegskampf der Handball-Landesliga einen wichtigen Erfolg feierten.

Eins, zwei, drei, wer hat den Ball? Wiebke Hungerland, Christina Stiefel und Natascha Caldenhoven (von links in Schwarz) von der HSG WVC/Südstadt Kassel machen der Dittershäuserin Natascha Wilhelm (Mitte) das Spielgerät streitig. Foto: Fischer
Von Beginn an deckte WVC/Südstadt die Dittershäuser Torjägerin Melissa Krug kurz. Dieser Aufgabe widmete sich zunächst Natascha Caldenhoven, später Wiebke Hungerland oder auch Tina Mathias. Und tatsächlich kam die derart bewachte mit 6/2 Toren längst nicht so zur Geltung wie gewohnt. Allerdings nutzten ihre Mitspielerinnen, allen voran Theresa Siebert und Julia Trogisch, die daraus resultierenden Freiheiten.
Der Bedeutung des Derbys und der Tabellensituation entsprechend, lieferten sich beide Teams einen verbissenen Kampf. Die Führung wechselte des Öfteren, nie konnte sich eine Mannschaft absetzen. Einmal wäre dies der TSG beinahe gelungen. Bei eigener 16:13-Führung vergab sie in der 30. Minute allerdings die gute Möglichkeit zu erhöhen, im Gegenzug brachte Anna Dürrschmied, die später mit einer Fußverletzung ausschied, die Gäste kurz vor der Pausensirene wieder heran. Auch im zweiten Durchgang änderte sich am Gesamtbild wenig. Beide Mannschaften gaben alles, aber keine verfügte über die Mittel, den Kontrahenten zu distanzieren. Was sich jedoch bemerkbar machte, war die größere Nervenstärke der HSG. Mehrmals überstanden die Kasseler Unterzahlsituationen, bei einer davon erzielten sie selbst zwei Tore. Zudem steigerte sich die reaktivierte Carmen Wieden im Tor beträchtlich.
Auch in den letzten Minuten konnten die Gäste mit dem Druck besser umgehen als die TSG. „Unsere Chancenverwertung war miserabel. Besonders von den Außenpositionen haben wir zu viele Bälle verworfen“, bedauerte Dittershausen-Trainer Karl-Heinz Wolff. Einziger Trost für ihn: „Bis zum nächsten Spiel bleiben 14 Tage, um die Mädels aufzurichten.“
Trost benötigte sein Gegenüber Andreas Paul nicht: „Wir waren den entscheidenden Tick besser. Die Mannschaft hat bis zuletzt gekämpft und immer an sich geglaubt.“
• Dittershausen: Lösl (1.-40.), Sohl (40.-60.) Hoppe, Krug 6/2, Trogisch 5, Hackenberg 5/5, J. Siebert, Wilhelm, Th. Siebert 5, Hentschke 1, Lattemann 1, Sohl (n.e.), Reeger (n.e.) WVC/Südstadt: Wieden, Krell (für einen Siebenmeter), Schaumburg 5/2, Sabrina Müller 3, Stiefel 3/1, Dürrschmied 3, Hungerland 3, Mathias, Rohde 5, S. Müller, Caldenhoven 3, Voß (n.e.), N. Müller (n.e.)
Von Wolfgang Bauscher



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