Baunatal. Hoch konzentriert fährt Corinna Hein auf ihrem Kunstrad im Kreis. Nach dem Starten der Hintergrundmusik beginnt sie ihre Kür. Drei, vier kräftige Tritte in die Pedalen, und sie nimmt Fahrt auf. Hein stellt sich mit den Füßen auf den Sattel, steuert ihr Rad, ohne den Lenker zu berühren und fährt eine Acht. Dabei nutzt sie fast den gesamten Raum der 14 mal elf Meter großen Fläche aus. Im Anschluss springt sie vom Sattel auf den Lenker. Ein kleiner Wackler, aber sie behält das Gleichgewicht und bleibt stehen. Mit der schwierigsten Übung, dem Maute-Sprung, den nur internationale Spitzenfahrer in ihrem Repertoire haben, beginnt Hein ihre Kür und sechs Minuten später steht sie als klare Siegerin fest. Schon mehrmals war Corinna Hein beim Langenbergpokal des KSV Baunatal am Start, diesmal ist aber alles etwas anders. Denn bei der 23. Austragung des Pokals nimmt sie zum ersten Mal als amtierende Weltmeisterin im Kunstradfahren teil.

Gut drauf: Die Hooferinnen (von links) Jennifer Siebert, Sina Schäfer, Lena Teuber und Natalie Walter stellten neue Bestleistung auf.
Völlige Ruhe ist während der Kür der Fahrerin vom RKV Mörfelden in der Baunataler Max-Riegel-Halle eingekehrt. Nur durch Applaus nach schwierigen Übungen wird diese unterbrochen. Viele der Zuschauer und jungen Sportler und Sportlerinnen, die ihren Wettkampf bereits beendet haben, filmen Heins Auftritt. Die Chance eine Weltmeister-Kür zu sehen, bekommen sie schließlich nicht oft.
Im Regenbogentrikot der Weltmeisterin verbindet Hein bei ihrem Auftritt alles was den Kunstradsport ausmacht. Elegante Bewegungen sind gepaart mit kraftvollen Elementen. Grundlage ist die außergewöhnliche Radbeherrschung. Aber auch eine Weltmeisterin ist nicht vor Fehlern gefeit. Einmal muss sie absteigen und Punktabzüge der vier Kampfrichter in Kauf nehmen. Dies schmälert aber ihre Zufriedenheit über die gezeigte Leistung nicht. „Das ist bei einer noch nicht sicheren Übung passiert. Ich habe neue Elemente eingebaut und bin deswegen noch ein bisschen im Zeitdruck“, erklärt Hein nach ihrer Kür und hebt daher die wichtige Bedeutung der Teilnahme am Langenbergpokal hervor: „Ich befinde mich noch in der Testphase und daher sind solche Turniere wichtig. Es ist etwas anderes, ob ich vor Publikum fahre oder nur im Training.“ Dass Hein in der Klasse 1er-Kunstfahren der Frauen gewinnen würde, galt schon anhand der Aufstellung der Punkte gegenüber den drei anderen Startern als sichere Sache. Und so gewann sie mit 176,10 ausgefahrenen Punkten mit großem Vorsprung vor Alexandra Schmitt (Oberwalgern, 132,20), Clarissa Grüneberg (Hörden, 97,90) und Carina Reitz (Hümme, 87,79).
Bevor die Weltmeisterin für das Highlight der Veranstaltung sorgte, wurden bereits 72 Starts absolviert. Durch den Veranstalter KSV Baunatal wurde eine breite Palette an Disziplinen von 1er- über 2er-Kunstfahren bis hin zu Einradfahren bereitgestellt und vor allem dem Nachwuchs die Chance gegeben, sein Können zu präsentieren.
Zudem wurde eine Atmosphäre geschaffen, in der sich auch eine Weltmeisterin wohlfühlte. Nach ihrer Kür erfüllte Corinna Hein jeden der zahlreichen Autogramm- und Fotowünsche. Stets mit einem Lächeln auf den Lippen.
Von Manuel Kopp



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.