Wechsel aufs Internat steht an

Jennifer Zuban läuft die 100 Meter in 12,24 Sekunden

Sie hat den nötigen Biss: Die Hombergerin Jennifer Zuban vom TSV Remsfeld. Foto: Kasiewicz

Homberg. Sie kann all ihre gewonnenen Medaillen kaum noch um den Hals tragen. Mit ihren gesammelten Urkunden könnte man ein zu groß geratenes Wohnzimmer tapezieren.

Sie ist ein riesiges Sprinter-Talent – die 15-jährige Jennifer Zuban aus Homberg.

Die Sprinterin vom TSV Remsfeld benötigt für die 100 Meter gerade einmal 12,24 Sekunden. Damit ist sie die siebtschnellste Schülerin in Deutschland. Die Zehntklässlerin der Theodor-Heuss-Schule steht auch im Förderkader des Hessischen Leichtathletik-Verbandes.

Und könnte im Sommer auf das Sportinternat in Frankfurt wechseln. „Die Entscheidung fällt bald. Ich könnte mir das schon vorstellen“, sagt die Schülerin (Lieblingsfächer: Französisch, Mathe. Hassfächer: Physik, Chemie). Denn im Homberger Umfeld ist eine weitere Leistungsexplosion für die Leichtathletin wohl kaum möglich. Sie trainiert zwar viermal die Woche, aber die Bedingungen sind mit einem Internat natürlich nicht zu vergleichen. Das sieht auch ihre langjährige Trainerin so.

Schon früh zeigte sich das Talent. Nach den ersten Bundesjugendspielen wurde die damalige Erstklässlerin von ihrem Sportlehrer angesprochen, ob sie es es nicht mal in einem Verein probieren wolle. Zuban wollte – und wie! „Sie hat eine sehr gute Entwicklung genommen und ist ein Vorbild für die anderen aus ihrer Laufgruppe. Sie ist mit ihrem Herzen dabei und nicht, weil sie zum Training geschleift wird“, sagt Gazda-Sagolla, früher selbst eine erfolgreiche Sprinterin (Bestzeit: 11,9 Sekunden).

An diese Zeit will sie in diesem Jahr herankommen. „Unter 12 Sekunden zu bleiben ist mein Traum“, sagt Jennifer Zuban, die noch eine 13-Jährige Schwester hat. Auch Christina ist in der Leichtathletik aktiv, aber sie sieht den Sport eher als Hobby.

Im Januar und Februar stehen für die Nordhessin (Berufswunsch: „Irgendwas mit Sport“) die Saisonhöhepunkte mit der Hessischen und Süddeutschen Meisterschaft an. Dort wird Zuban auf Dauerkonkurrentin Sophia Trettin treffen, zu der die Hombergerin eigentlich ein gutes Verhältnis pflegt, was sich nur für gut zwölf Sekunden jeweils abkühlt. Die Stärke der 1,69 Meter großen Athletin ist der explosive Start, Schwächen gibt es im Endspurtverhalten. „Wenn Jenny spürt, dass eine Gegnerin herankommt, verliert sie ihre Lockerheit und verkrampft. Da braucht sie mehr Selbstvertrauen“, weiß ihre Trainerin.

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