Bad Hersfelder Lollslauf ist für manchen „einfach der schönste Lauf“

Die Erschöpfung einfach weglachen: Katrin Müller, die Drittplatzierte des Halbmarathons, die Zweite Alexandra Wolf und Siegerin Astrid Staubach (von links) mit Schirmherrin Manuela Schmermund. Fotos: Eyert

Bad Hersfeld. Turmbläser und Segen, zwei Zwillingspaare, Sieger und ihr Jubel - wir blicken zurück auf den Lollslauf

Die Turmbläser des CVJM hatten ihre Darbietung eigens um eine Viertelstunde vorverlegt. Statt wie üblich um 9.30 Uhr, bliesen sie am Sonntag schon um 9.15 Uhr vom Turm der Stadtkirche aus. Es war das Startsignal, bevor die ersten Startschüsse des Lollslaufs fielen. Eines Laufs, dem die Sonne lachte und der - wieder einmal - der stimmungsvolle Auftakt des Lullusfestes war, den sich alle wünschten. Wir blicken zuück auf den tollen Tag vor den tollen Tagen.

Der Schülerlauf

858 - in Worten: achthundertachtundfünfzig - Schülerinnen und Schüler stehen am Start. Nein, sie stehen nicht, sie treten aufgeregt von einem Bein aufs andere. Hinter der Absperrung: mindestens ebenso aufgeregte Eltern und Großeltern. Anna und Lisa Hahner, die Marathon-Zwillinge aus Rimmels, feuern die Jungen und Mädchen an. Vaclav Bednarsky aus Sumperk, der tschechischen Partnerstadt, und Anastasia Tronicek von der LGA Rotenburg-Bebra, sind die Schnellsten, aber bejubelt werden alle. Auch die, die irgendwo im Mittelfeld ankommen. Und die, denen die 1300 Meter doch ziemlich lang werden. Eltern nehmen sie an die Hand und in den Arm, begleiten sie auf den letzten, anstrengenden Metern. Um die, die ihre Eltern nicht finden, kümmern sich die Helfer vom SC Neuenstein, bis alle sich wiederhaben.

Der Läufersegen

Den sprechen die Pfarrer Frank-Nico Jäger (Stadtkirche) und Michael Zehender (Obergeis). Beide laufen selbst die zehn Kilometer. „Auch der Glaube ist kein Sprint“, sagen sie. „Er ist die lange Strecke.“

Die fünf Kilometer

Philipp Stuckhardt, wer sonst? Der Mann von der LGA will „eine 16 hoch“ laufen. Es werden 16:52 Minuten. Passt also. „Der Abschluss einer Super-Saison“, kommentiert sein Trainer Wolfgang Weber. Katerina Divisova aus Sumperk gewinnt mit dreieinhalb Minuten Vorsprung bei den Frauen. „Sumperk ist mit einem Bus voller Läufer hier“, hat jemand gesehen. Das hat gute Lollslauf-Tradition.

Die zehn Kilometer

Und nochmal Philipp Stuckhardt ... fast jedenfalls. Einen Meter liegt der Fuldaer Ilyas Iman im Ziel vor dem Dauerbrenner. Schnellste Frau: Lisa Hahner, die im Gegensatz zu ihrer verletzten Zwillingsschwester startet. Sie zieht Sandra Barborseck auf den zweiten Platz. „Hinter Lisa zu laufen, das ist die tollste Motivation, die ich mir denken kann“, strahlt die Läuferin des TV Breitenbach im Ziel. Bei der Siegerehrung gibt es übrigens Blumen für Lisa von Anna. „Kommt nicht so häufig vor“, sagt die Geehrte. Und dann strahlen sie beide.

Der Halbmarathon

Und nochmal Zwillinge: Julian und Philipp Häßner aus Erfurt werden Zweiter und Achter im Halbmarathon. Der Erfurter Marcel Krieghoff gewinnt. Und kurz darauf reckt Astrid Staubach vom USC Marburg die Siegerfaust in die Höhe. Endlich hat es geklappt mit dem Lollslauf-Sieg im Halbmarathon. „Das ist sooo schön“, jubelt sie, und dann sagt sie den Satz, der irgendwie jedem in den Sinn kommt, der an diesem Tag am Linggplatz gewesen ist: „Bad Hersfeld ist einfach der schönste Lauf!“

Von Rainer Henkel

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