Das etwas andere Sportwunder

Dirk Gutzeit und sein Team in der Kasseler Lilienthalstraße machen Sportler zu Werbeträgern

Das etwas andere Sportwunder

117.09.1017.09.10|mehr Regionalsport|
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Kassel. Dr. Dirk Gutzeit sagt, er habe manchmal kreative Momente. Anders ist das auch nicht zu erklären. Seine Geschäftsidee ist schließlich überaus pfiffig. Er führt dabei zwei Gedanken aus der Jugend zusammen: Früher wollte er für seine Sportbekleidung nie wirklich viel Geld zahlen. Und außerdem fand er, dass die Sportler, die auf ihren Klamotten ein Werbelogo aufgeflockt hatten, mehr hermachten.

Haben dafür gesorgt, dass es Sportwunder gibt: Joachim Wilm (links) von der Geschäftsleitung, Geschäftsführer Dr. Dirk Gutzeit und seine Frau Karina Gutzeit, die ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung ist. Fotos: Malmus

Haben dafür gesorgt, dass es Sportwunder gibt: Joachim Wilm (links) von der Geschäftsleitung, Geschäftsführer Dr. Dirk Gutzeit und seine Frau Karina Gutzeit, die ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung ist. Fotos: Malmus

Während des Wirtschaftsstudiums erinnerte er sich daran. Er fragte sich, wie ein Geschäftsmann Kapital schlagen kann aus den vielen im Verein organisierten Sportlern. Er entwickelte das, was sich heute Sportwunder nennt: ein System vornehmlich für Vereinssportler, aber auch für Ottonormal-Freizeitsportler auf der einen und für Firmen auf der anderen Seite. Gutzeit bringt sie zusammen mit dem Ziel, dass am Ende jeder zufrieden ist. Der eine zahlt weniger für ein Produkt, und der andere wird bekannter, weil er auf diesem Weg immer mehr Werbeträger bekommt (siehe Hintergrund).

Vorteil für Vereine

Mit einem herkömmlichen Textilfachhandel hat das nicht mehr so viel zu tun. Gutzeit spricht von einer Innovation, die sich besonders für Vereine lohnen soll, die über eigene Verkaufsshops im Internet ihren Mitgliedern Angebote unterbreiten. Diese könnten bis zu 80 Prozent des ursprünglichen Verkaufspreises sparen, sagt Gutzeit.

Vor zwei Jahren hat der heute 40-Jährige das Modell auf den Markt gebracht. Ihm war klar, dass er vorhanden sein würde – bei 90 000 Sportvereinen in Deutschland. Die ersten Verhandlungen mit Sportartikelherstellern hat er noch in der privaten Küche geführt, der erste Auftrag brachte im Juni eine Einnahme von 93,48 Euro. Seitdem wächst Sportwunder immer mehr. Im ersten Jahr schaffte es einen Umsatz im sechsstelligen Bereich. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, verrät Gutzeit: „Wir wachsen jetzt im zweiten Jahr dreistellig.“

Sportwunder besteht mittlerweile aus Gutzeit und zehn Mitarbeitern. Im Industriepark an der Lilienthalstraße in Kassel hat die Firma jetzt auch Verkaufsräume eingerichtet. Hier werden zudem die Produkte bedruckt.

Da Sportwunder immer mehr Aufträge bekommt, wächst auch die Fläche, die das Unternehmen nutzt. Längst sind weitere Räume gemietet. Dann stehen 600 Quadratmeter zur Verfügung.

Die Aufmerksamkeit nimmt zu. Nachahmer nicht ausgeschlossen. Der Name Sportwunder ist aber schon vergeben. Auf ihn ist Gutzeit besonders stolz. Denn: „Der Name klingt so positiv.“

So positiv, dass sich viele Kunden den Schriftzug allein auf die Trainingsbekleidung drucken lassen wollen. Das ist dann Werbung in eigener Sache. Darauf aufmerksam geworden ist auch schon das lettische Handball-Nationalteam, mit dem der ehemalige Drittliga-Handballer Gutzeit einen Ausrüstervertrag abgeschlossen hat. Wenn die Mannschaft Ende Oktober in der EM-Qualifikation auf Deutschland trifft, gibt es das Sportwunder schon vor dem Anwurf.

Von Florian Hagemann

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