Kassel. Der Kasseler Marinko Neimarevic kämpft am 17. März in der Kasseler Stadthalle gegen den wohl bekanntesten deutschen Kampfsportler Stefan Leko um die Schwergewichtsweltmeisterschaft im Thaiboxen. Darauf bereitet sich Neimarevic, der schon einmal Welt-Champion war, zurzeit intensiv vor.

Schlagkräftiges Schwergewicht: Thaiboxer Marinko Neimarevic trainiert in Kassel und in Holland für seinen Kampf am 17. März. Foto: Schachtschneider
11 Uhr. Friends Gym in Kassel. In dem Fitnessstudio an der Frankfurter Straße ist Marinko Neimarevic einer der Geschäftsführer. Er trainiert hier rund 200 Thai-Boxer, von Kindern über Jugendliche bis hin etwa zu Artur Heimbuch, der am 17. März auch in den Ring in der Stadthalle klettern wird. Für ihn geht es im Limit bis 79 Kilo um die Deutsche Profimeisterschaft. Krafttraining steht für Marinko Neimarevic so kurz vor dem Kampf nicht mehr auf dem Porgramm. Es geht um Schnelligkeit und Technik. Eine Stunde lang Schattenboxen mit leichten zweieinhalb-Kilo-Hanteln, Beinarbeit. Der Boxer kommt ins Schwitzen. 15 Uhr. Termin in der Orthopädischen Praxisklinik Baunatal. Hier wird Marinko Neimarevic von Dr. Rolf Ulrich Raetzer betreut. Heute nimmt ihn dessen Kollege Roland von Stosch unter die Lupe. Die linke Schulter schmerzt ein wenig. Aber das bekommt man bis zum Kampf hin.
19 Uhr. Wieder Friends Gym. Gespräch mit Sponsor Harald Möller. Der Münzenhändler aus Espenau ist über die Feundschaft seines Sohnes Sven zu Marinko Neimarevic zum Geldgeber geworden. Rein geschäftlich hat er nicht viel davon, Sponsor zu sein. Münzsammler sind nur selten Boxfans, weiß er. 19.30 Uhr. Ganz hinten im Friends Gym, in einem extra Raum ohne Fenster, in dem die Luft nur durch ein dickes Rohr hinein- und herausgepustet wird, fließt der Schweiß. Es riecht auch so. Hier, sagt Marinko Neimarevic, fühlen sich nur wahre Kämpfer wohl. 30, die es werden wollen, stehen auf der Matte. Anfängerkurs im Thaiboxen. Marinko Neimarevic nimmt sie richtig ran. Schläge auf den Körper, Beinarbeit, Liegestütze, immer abwechselnd. Manche können nicht mehr, aber irgendwie halten alle durch.
Dann ist Marinko Neimarevic dran. Pratzen-Training. Wie ein Dampfhammer haut er auf die gepolsterten Schutzhandschuhe, die Boxtrainer Jürgen Berben in die Höhe hält. Immer wieder prasselt ein Stakkato härtester Schläge auf den Trainer ein. Geraden, Aufwärtshaken, Schwinger. Dann ist das Beintraining dran. Im Thaiboxen sind auch Tritte erlaubt. Das T-Shirt von Marinko Neimarevic ist klatschnass. Morgen geht es zum Training nach Holland. Sparring mit den richtig harten Jungs, zehn, zwölf Runden. „Das ist wie Krieg“, sagt der Boxer.
Ob Marinko Neimarevic eine Chance gegen Stefan Leko hat? „Klar hat er die“, sagt sein Trainer Jürgen Berben. Mit der Schlagkraft seines Schützlings ist er jedenfalls sehr zufrieden.
Von Frank Thonicke



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