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Sport? Sport! Bei Minusgraden ins eiskalte Wasser

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Kassel. In Ländern wie Finnland oder Russland ist Eisschwimmen eine Art Volkssport. Den hat Harald Hoppe jetzt auch für sich entdeckt: Er startete sogar bei der Eisschwimm-WM im Januar in Lettland.

© privat/nh

Harald Hoppe im zugefrorenen Buga-See: Solche Wagnisse sind freilich nur etwas für erfahrene Profis. Wer diesen Extremsport ausüben möchte, sollte sich zuvor vom Arzt gründlich durchchecken lassen und langsam beginnen. Beim Training trägt Hoppe Neoprenhandschuhe und -füßlinge sowie eine Mütze. Danach wärmt er sich mit Bewegung langsam auf. 

Bei frostigen minus sechs Grad draußen und 0,5 Grad Wassertemperatur brachte er es beim Brustschwimmen über eine Distanz von 25 Metern gleich beim ersten Anlauf auf einen beachtlichen 27 Platz. Im Freistil belegte er den 22. Platz. Insgesamt 69 Schwimmer waren in seiner Alterklasse an den Start gegangen.

Das Schwimmen im kalten Wasser hat den Agraringenieur gepackt, nachdem er im Sommer mit dem Flussschwimmen anfing. Schon das verlangte seinem Körper eine Menge ab, denn oft war die Weser nicht wärmer als elf Grad. Und auf der Strecke von Hann. Münden nach Hemeln hat man es mit einer ordentlichen Strömung und auch Strudeln zu tun.

Video: So trainiert Harald Hoppe

"Das hat großen Spaß gemacht und war ein echtes Naturerlebnis“, sagt Hoppe. Ausgerüstet war er nur mit einem Tauchergurt und einem Schwimmsack, in dem er seine Sachen verstaute und der als eine Art Boje diente, um Boote auf ihn aufmerksam zu machen. „Am Anfang war es natürlich schon ein bisschen unheimlich.“

Nach und nach merkte der 51-Jährige, dass er immer unempfindlicher gegen die Kälte wurde. Der Bio-Spitzenkoch und Gründer der Biond-Bioküche ist überzeugt davon, dass auch sein gezieltes Ernährungsprogramm mit reichlich Omega-3-Fettsäuren dazu einen großen Beitrag geleistet hat: „Omega-3-Fettsäuren bieten einen guten Kälteschutz und verbessern die Durchblutung.“

Auch im Kasseler Buga-See zum Beispiel geht Hoppe in Herbst und Winter gerne schwimmen. Inzwischen, so sagt er, sei sein neuer Sport so eine Art Sucht geworden. Denn nach dem Eisbaden würden Endorphine freigesetzt, Stoffe, die auch für Glücksgefühle sorgen. Und was ist mit der Gänsehaut? Die gibt es beim Eisbaden nicht, erläutert der Kasseler. Vielmehr werde die Haut stärker durchblutet. Auf die Eisschwimm-Weltmeisterschaft ist Hoppe durch Zufall gestoßen. Ein paar Wochen habe er darauf hin trainiert. Fast hätte er doch noch abgesagt, weil er in der Woche vorher krank war.

Seine Konkurrenten seien fast nur Russen und Finnen gewesen, schildert der WM-Teilnehmer. Ein Großteil der Schwimmer seien Profisportler. Neben der 25-Meter-Strecke gab es auch 50-Meter- und 450-Meter-Disziplinen. 1200 Hartgesottene im Alter von elf bis 87 Jahren stürzten sich in Riga in die eiskalten Fluten. „Es war ein schönes Erlebnis“, sagt der 51-Jährige. Über die eisigen Temperaturen bei uns kann er sich nur freuen: Umso länger kann er nämlich seine Eisbäder genießen.

Von Martina Heise-Thonicke

Video: Brustschwimmfinale bei der Eisschwimm-WM

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