Kassel. Mehr Euphorie war selten. Monatelang wurde geplant, geredet, getüftelt – jetzt ist es endlich soweit. Mit einem Freundschaftsspiel gegen die Rhein-Main Patriots Assenheim, Halbfinalist der DM 2011, beginnt am 25. Februar (18 Uhr, Sportkomplex Baunatal) für die DW Kassel Wizards das Abenteuer Skaterhockey.

Zauberhaft: Die Spieler der DW Kassel Wizards mit (hinten von links): Peter Neubert, Mathias Möller, René Göbel, Daniel Preuß, Mario Kreuz, Benjamin Rabe; Mitte von links: Alexander Roth, Marcel Momberg, Timo Heinrich, Marco Philippent, Matthias Stieglitz, Jens Philip Witzel; Vorn von links: Stefan Heinrich, Ingo Möller, Lukas Balz, Spielertrainer Sven Mecke, Martin Stieglitz, Jan Hendrik Witzel. Es fehlen Jan Tettenborn, Clemens Rudelt und Betreuer Wolfgang Trinder. Foto: privat/nh
Und zwei Wochen danach wird es richtig ernst: Dann nämlich empfangen die Wizards in der Regionalliga Mitte die Bochum Laker zum Serienbeginn. Erstmals startet damit eine Mannschaft aus Nordhessen im Bereich von Inline-Skaterhockey Deutschland (ISHD).
Und sie können es kaum abwarten. Immense Vorfreude herrscht, und ein wenig Genugtuung darüber, dass sie ihren Traum verwirklichen konnten. Sie, das sind Spielertrainer Sven Mecke und Marco Philippent. Gemeinsam mit Jan Tettenborn, Peter Neubert, Benny Rabe und Jens Philip Witzel, allesamt vom Inline- sowie Eishockey kommend, gehen sie als eigenständige Sparte des FSV Dynamo Windrad auf Punktejagd.
„Viele haben schon daran gedacht, aber wir sind die ersten, die sich trauen“, berichtet Sven Mecke. Ganz einfach war dies nicht. Schließlich standen sich alle sechs und auch die weiteren Teamkameraden bei den heimischen Inlinehockeyklubs der IHD oft genug gegenüber. „Da musste zunächst so manche Animosität abgehakt werden“, erläutert Philippent, „aber der große Enthusiasmus hat dies ermöglicht.“ So rannten sie mit ihrer Idee viele offene Türen ein. „Mit den wenigen verbliebenen Mannschaften der IHD-Ligen spielt man in einer kurzen Saison ständig gegen dieselben. Dabei fehlen Ernsthaftigkeit und sportlicher Reiz“, weiß Mecke, und Philippent ergänzt: „Der ISHD sind dagegen rund 350 Teams aus ganz Deutschland angeschlossen. Sie spielen auf verschiedenen Levels von Februar bis November mit Auf- und Abstieg, auch einen Pokalwettbewerb gibt es.“ Weil die Spielzeit so lange dauert, lehnten die Gründer die Anfragen von Eishockeyspielern ab – jene gehen ab August aufs Eis und stünden dann nicht mehr zur Verfügung. Die Wizards setzen also auf Kontinuität, wie Marco Philippent betont. „Nur so kann das finanzielle Abenteuer bewältigt und das sportliche Ziel, der baldige Aufstieg in die 2. Bundesliga, geschafft werden.“
Über die Hälfte des veranschlagten Etats von rund 10000 Euro bringen die Akteure aus eigener Tasche auf, auch wenn sich die Suche nach Sponsoren immer besser anlässt.
Klappt alles wie erhofft, wollen die Wizards den nächsten Schritt gehen. „In der Saison 2012/13 sollen eine zweite Mannschaft und ein Nachwuchsbereich aufgebaut werden“, kündigt Mecke an.
Ganz im Sinne der eigenen Philosophie: „Wir wollen ein Zeichen setzen. Mit Nachhaltigkeit.“
Von Wolfgang Bauscher



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