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Schwimmerin Annika Mehlhorn schließt auch eine Rückkehr nach Baunatal nicht mehr aus

EM verpasst, Olympia im Blick

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Kassel. Sie ist immer noch enttäuscht. Sie hatte sich so viel vorgenommen, fühlte sich so gut. Doch am Ende stand sie mit fast leeren Händen da. Schwimmerin Annika Mehlhorn hat bei der Deutschen Meisterschaft, die am vergangenen Wochenende in Berlin stattfand, zwar den Titel über 200 Meter Lagen gewonnen und wurde über 100 Meter Schmetterling Zweite.

Sie fühlte sich gut in Form: Doch die Baunatalerin Annika Mehlhorn verpasste bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin die Norm für die Europameisterschaft, die im August in Budapest stattfindet. Auch der Deutsche Meistertitel über 200 Meter Lagen (das Bild entstand während des Wettbewerbs) änderte daran nichts. Foto: dpa

Sie fühlte sich gut in Form: Doch die Baunatalerin Annika Mehlhorn verpasste bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin die Norm für die Europameisterschaft, die im August in Budapest stattfindet. Auch der Deutsche Meistertitel über 200 Meter Lagen (das Bild entstand während des Wettbewerbs) änderte daran nichts. Foto: dpa

Doch diese Erfolge trösten die Guxhagenerin kaum darüber hinweg, dass sie im August nicht mit zur Europameisterschaft fahren wird. Denn die Siegerzeit über ihre Spezialstrecke 200 Meter Lagen, 2:14,93 Minuten, lag 74/100 Sekunden über der vom Deutschen Schwimmverband festgelegten EM-Norm. Eine Nachnominierung ist ausgeschlossen. „Ich bin immer noch ratlos und geschockt“, berichtet die 26-Jährige. „Denn eigentlich bin ich total fit. Das bedeutet für mich nun, alles zu hinterfragen.“

Beispielsweise, ob der Wechsel nach Frankfurt richtig war. Seit einem halben Jahr startet Mehlhorn für die SG Frankfurt. Ein Schritt, zu dem sie sich aus praktischen Gründen entschloss. Denn in Frankfurt ist die Sportfördergruppe angesiedelt, der sie angehört, dort absolvierte sie ihre Ausbildung zur Polizeikommissarin, dort arbeitet mittlerweile im Streifendienst – wenn sie nicht gerade ihrem Sport nachgeht. Und in Frankfurt hatte sie sich trotz guter Trainingsbedingungen bei ihrem Heimatverein SG ACT Baunatal noch bessere Möglichkeiten erhofft. In Baunatal trainierte sie auf einer Kurzbahn, in Frankfurt hat sie eine Langbahn. Zudem bekommt sie bei den Südhessen finanzielle Unterstützung für Trainingslager und Wettkämpfe. „Direkt bereuen tue ich den Wechsel nicht“, sagt Mehlhorn, schließt aber auch eine Rückkehr nach Baunatal nicht mehr kategorisch aus. „Ich bin in einem Zwiespalt“, sagt sie und fügt hinzu: „So schlecht kann es in Baunatal ja doch nicht gewesen sein.“

Vielleicht haben sie die eingeschränkten Trainingsbedingungen doch stärker beeinträchtigt als sie dachte. Denn in den vergangenen drei Monaten musste sie mit ihrer Trainingsgruppe in ein anderes Schwimmbad ausweichen, da in Frankfurt ein neues gebaut wird. „Ich konnte mein Trainingspensum nicht optimal absolvieren“, erzählt die Polizeikommissarin. Gemeinsam mit ihrem Trainer Martin Grabowski und einer Sportpsychologin betreibt sie nun in den kommenden Wochen Ursachenforschung. Fest steht aber auf jeden Fall: „Ein Karriere-Ende kommt nicht infrage.“ Mehlhorn will weitermachen bis zu den Olympischen Spielen in London 2012. Und: Von Rückschlägen, wie etwa der verpassten Olympia-Qualifikation 2008, hat sie sich erholt. Im vergangenen Sommer qualifizierte sie sich für die Weltmeisterschaft in Rom und gewann mit der 4×100 m Lagen-Staffel sogar Bronze.

Und ein Gutes hat die unerwartete Sommerpause ohne Europameisterschaft ja doch: „Ich kann Urlaub machen – zuhause in Baunatal.“

Von Michaela Streuff

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