Motocross-Fahrer Dominik Abu Schab blickt auf erste erfolgreiche Saison zurück

Mit Vollgas zum Vizemeistertitel

Mit der Trophäe: Dominik Abu Schab. Foto:  Dauber

Kassel. Motocross ist schnell, gefährlich und sehr anstrengend. Allzu oft wird der Kasseler Dominik Abu Schab mit gegenteiligen Vorurteilen konfrontiert.

„Ein bisschen Gas geben kann doch gar nicht anstrengend sein“ – das ist der Klassiker. Der 18-Jährige kümmert sich jedoch nicht um die Meinung anderer. Seit mehr als zwölf Jahren fährt er Motocross und weiß mittlerweile ganz genau, worauf es ankommt. Im vergangenen Jahr feierte er die ersten Erfolge und düpierte die Konkurrenz.

Erstmals auf dem Podium

Durch den Staub: Motocrosser Dominik Abu Schab ist im vergangenen Jahr Vizemeister geworden und hat auch 2016 einiges vor. Foto:  Schachtschneider

Mit einer Bänderverletzung begann die Saison 2015 für Dominik Abu Schab alles andere als optimal. Gemeinsam mit seinem Vater Marco, der ihn zu jedem Training und Wettkampf als Betreuer und Mechaniker begleitet, stellte Dominik sein Training um. Mehr Zeit auf dem Motorrad, dazu täglich intensives Krafttraining, Kampfsport, Joggen. Die harte Arbeit zahlte sich schnell aus: Mitte April stand er beim Motor-Sport-Ring erstmals überhaupt auf dem Po-dium. Die Rennserie gehört zu den schnellsten Amateur-Serien des Landes. Dominik wusste nun, dass er der Spitze immer näher kommt und ging dafür bis ans Äußerste. Am Ende errang er die Vize-Meisterschaft der Junioren – ein toller Erfolg, denn die Abu Schabs sind alles andere als klassische Motocrosser.

Exoten in der Szene

Dominik überhört mittlerweile die Sprüche von anderen, sein Sport sei ja gar keiner. Er und sein Vater sind auch in der Motocross-Szene totale Exoten. „Wir hatten ja überhaupt keine Ahnung“, sagen die beiden über die Anfänge im Motorsport. Die Konkurrenz ist meist seit Generationen aktiv und vor allem finanziell besser aufgestellt. „Mein Motorrad kostet die Hälfte, schneller bin ich trotzdem oft“, sagt Dominik, ohne überheblich zu klingen. Auch Vater Marco sagt: „Viele nehmen uns bis heute nicht wirklich ernst.“

Psyche ist entscheidend

Neben der hohen körperlichen Belastung spielen bei den Rennen, die bis zu 20 Minuten dauern, die Nerven eine wichtige Rolle. Ohne Konzentration und Ausdauer vom Start bis zur Zieldurchfahrt geht nichts. „Ich muss jedes Mal an die Grenze gehen, oft darüber hinaus“, sagt Dominik.

Auf den bis zu zwei Kilometer langen Strecken mit Kurven, Sprüngen und Geraden ist Harakiri fehl am Platz. Die mindestens 40 PS treiben die Maschine weit über 120 Stundenkilometer, Verletzungen und Blessuren sind an der Tagesordnung. Dominiks erfolgreiche Saison hat ihn endgültig angefixt: „Es ist sein Leben“, sagt der Vater.

Von Gregory Dauber

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