Vorletzter Test für die EM vom 15. bis 31. Januar in Polen

Neuntes Handball-Länderspiel in Nordhessen: Sie kommen immer wieder gern

Das war im Januar 2005 in Rotenburg: Die deutschen Handballer mit dem damaligen Torwartgespann Carsten Lichtlein (links) und Johannes Bitter (rechts) siegte über Tschechien. Archivfoto: Schaake

Kassel. Der letzte Auftritt der Männer-Nationalmannschaft in einer Sporthalle in Nordhessen ist noch gar nicht so lange her. Anfang März 2013 traten die deutschen Handballer in der Kasseler Rothenbach-Halle zu einem Benefizspiel zu Ehren der verstorbenen Schiedsrichter Bernd und Reiner Methe gegen Erstligist MT Melsungen an.

Wenn die DHB-Auswahl allerdings am Samstag ab 15 Uhr wieder in eben jener Wettkampfstätte antritt, ist es ein offizielles Länderspiel: Das Duell mit Island ist der vorletzte Test für die EM vom 15. bis 31. Januar in Polen. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass die deutschen Männer schon mehr als ein halbes Dutzend Mal in dieser Region gastierten.

Nach der Grenzöffnung

Seit 1979 wird hierzulande der Supercup für Nationalteams ausgerichtet. Im November 1989 machten einige der besten Mannschaften der Welt in Baunatal Station. Die DDR-Auswahl bezwang mit dem heutigen Coach von Oberligist Eintracht Böddiger, Mike Fuhrig, in der Rundsporthalle die Schweden 27:25. Dagegen verlor das deutsche B-Team in der Rundsporthalle gegen die Vertretung der damaligen Sowjetunion 25:35. Mit dabei ein paar Talente, die später international noch für Furore sorgen sollten: Klaus-Dieter Petersen und Christian Schwarzer.

Wir berichten am Samstag aktuell über das Spiel auf www.kassel-live.de

Petersen, genannt „Pitti“, mischte auch zwei Jahre später mit, als Deutschlands A-Mannschaft das Parkett in Baunatal zu einer Formüberprüfung nutzte: 14:16-Niederlage gegen die Tschechoslowakei. 2000 Zuschauer hatten sich auf Tore von Volker Zerbe und Kollegen gefreut, verließen letztlich aber enttäuscht das Gelände.

Ganz anders die Stimmung 1996 auf dem Bad Hersfelder Obersberg, als ein gewisser Stefan Kretzschmar zwei Treffer zum 23:22-Erfolg gegen Ägypten beisteuerte. Und wer war bester Werfer? Christian Schwarzer mit fünf Toren. Zu feiern gab es im gleichen Jahr noch einen 28:23-Sieg in Baunatal gegen Kroatien.

Die Ära Brand

Am 1. Januar 1997 wurde der Gummersbacher Heiner Brand zum Bundestrainer ernannt. Unter seiner Führung wurde die DHB-Auswahl Europameister 2004 und Weltmeister 2007 – nicht selten arbeitete der Schnauzbart der Nation mit seinen Schützlingen in Bad Hersfeld und vor allem Rotenburg am Feinschliff. „In Rotenburg hatten wir immer gute Voraussetzungen, die Halle war ja direkt dabei“, erinnert sich Brand.

Seinen ersten Lehrgang in Nordhessen hielt er mit dem Team 1998 kurz vor der EM in Südtirol in der Kurstadt ab. Zum Abschluss der Übungswoche gab es vor 1500 Fans in Baunatal ein 24:23 gegen Tschechien. Im März 2000 feierten die Deutschen in Rotenburg einen 24:20-Testspielsieg über die Vertretung Jugoslawiens. Kretzschmar warf vor 2000 Zuschauern an diesem Abend sein 500. Länderspieltor.

Sogar mit 2200 Besuchern ausverkauft war die damalige Meirotels-Halle, als sich das DHB-Team im Januar 2005 gegen Tschechien mit 36:26 behauptete. Damals wie heute gehört Torwart Carsten Lichtlein zum Kader des deutschen Teams. Als Torschütze tat sich besonders Pascal Hens hervor (fünf Treffer).

Bis zu seinem Rücktritt als Chefcoach Ende Juni 2011 kam Brand noch einmal an die Fulda. 2009 gelang in der Kasseler Rothenbach-Halle vor 4300 Fans ein 27:22-Erfolg gegen Griechenland. Zweimal erfolgreich war Michael Müller – seinerzeit in Großwallstadt aktiv, mittlerweile Kapitän der MT.

Und Jetzt

Das Duell mit Island in Kassel ist das neunte Länderspiel, zu dem die DHB-Männer in dieser Region auf Torejagd gehen. Heiner Brand schätzt die Mannschaft von Dagur Sigurdsson trotz der derzeitigen Ausfälle von Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki, Patrick Wiencek und Paul Drux hoch ein. „Wienceks Ausfall tut besonders weh. Dennoch hat das Team eine sehr gute Entwicklung genommen.“ In Kassel wird der Ex-Bundestrainer selbst nicht vor Ort sein. Aber es wäre ja auch keine Premiere für ihn.

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