Great Barrier Run: Dauerregen tat der Stimmung bei der zweiten Auflage keinen Abbruch

Nichts für Weicheier

Langgehangelt: Beim Great Barrier Run 2016 war an dieser Barriere viel Kraft gefragt, um von der einen auf die andere Strohballenseite zu gelangen. Es war eines der schwierigsten Hindernisse. 2 Fotos: per

Göttingen. Oh Gott, warum tun die sich das bloß an? Wer am Samstag beim 2. Göttinger Great Barrier Run an der Strecke stand und die Teilnehmer dabei beobachtete, wie sie sich im strömenden Regen über scheinbar unüberwindliche Hindernisse quälten, stellte sich diese Frage beinahe zwangsläufig.

Tatsächlich war der Lauf, der bei seiner Premiere im Vorjahr eingeschlagen war wie eine Bombe, auch diesmal wieder nichts für Weicheier. War das Teilnehmerfeld im Vorjahr mit 430 Startern immerhin noch recht überschaubar gewesen, durften sich die Veranstalter vom Hochschulsport der Universität Göttingen diesmal über 1200 Aktive freuen, die ihre körperlichen Grenzen ausloten wollten. Für sie ging es wieder darum, den Parcours – es standen Strecken von fünf, zehn und 15 Kilometern Länge zur Auswahl – einerseits so schnell wie möglich zu bewältigen, andererseits aber auch als Gruppe geschlossen ins Ziel zu kommen. Dabei galt es nach dem Start im Stadion am Uni-Sportgelände über Strohberge und Holzhindernisse zu klettern, Autoreifen zu ziehen, unter flachen Stahlgittern hindurchzurobben oder einen mit Badeschaum gefüllten Swimmingpool zu durchqueren.

Aus Kübeln geschüttet

Dass das Wetter so ganz und gar nicht mitspielen wollte und es zwischenzeitlich sogar wie aus Kübeln schüttete, tat der Stimmung keinen Abbruch – im Gegenteil. „Das war brutal, das war dreckig, aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht“, sprach die Göttingerin Cathrin Cronjäger wohl den allermeisten Teilnehmern aus der Seele. Die Langstreckenläuferin, in den vergangen Jahren unter anderem Seriensiegerin beim Göttinger Altstadtlauf, war als Einzelläuferin über zehn Kilometer an den Start gegangen, hatte ihren Lauf souverän in einer Zeit von 1:05:55 für sich entschieden und dabei auch den Männern nicht den Hauch einer Chance gelassen. In der Endabrechnung waren aber zwei Läuferinnen sogar noch schneller als die Göttingerin: Laura Heinze vom Team „Harzer Keiler“ unterbot ihre Zeit um eine Minute und Imke Schulzek (Seven HAWKings) blieb in 0:58:49 sogar unter der Männer-Bestzeit von Oliver Helmboldt (LSKW Bad Lauterberg), der nach 1:01:05 die Ziellinie überquerte.

Während die Teilnehmer also auch angesichts des tollen Rahmenprogramms voll auf ihre Kosten kamen, freuten sich die Veranstalter über die großartige Resonanz. „Wir sind einfach überwältigt“, meinte Mitorganisator Mischa Lumme. Die Tatsache, dass schon im Vorfeld alle 1200 zur Verfügung stehenden Startplätze vergeben worden seien, zeige, wie gut die Premierenveranstaltung im vergangenen Jahr angekommen sei. Und deshalb habe es auch nie einen Zweifel daran gegeben, dass es im kommenden Jahr eine weitere Auflage des Great Barrier Runs in Göttingen geben wird. (per)

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