Handball-Bundesliga: 9300 Fans gegen Balingen

Recken träumen von dauerhaftem Umzug

Benjamin Chatton

Hannover. Wenn Niedersachsens einziger Handball-Bundesligist einmal im Jahr in die große Halle auf dem ehemaligen Expo-Gelände zieht, kommen die Massen. Die Macher fragen sich, ob das häufiger gelingen könnte.

Der derzeit beste Feld-Torschütze der Handball-Bundesliga war total begeistert. „Das ist einfach toll“, schwärmte Torjäger Kai Häfner von der TSV Hannover-Burgdorf über den Kurzzeit-Umzug in Hannovers größte Halle: „Das ist mega, wenn fast 10 000 da sind und einen anfeuern.“ Wenn es nach Häfner gehen würde, sollte die TSV viel häufiger in der Tui-Arena auflaufen - doch so einfach ist das nicht.

„Es ist schade, dass wir nur einmal im Jahr hier spielen“, sagte der Torjäger nach dem 32:27 (16:15) gegen HBW Balingen/Weilstetten vor der mitreißenden Kulisse von 9320 Zuschauern. „Vielleicht kriegen wir es hin, hier dauerhaft zu spielen.“

In der Swiss Life Hall, wo die TSV sonst ihre Heimspiele austrägt, liegt der Schnitt nur bei rund 3200 Zuschauern pro Partie. Einmal im Jahr zieht Hannover in die Multifunktionsarena auf dem ehemaligen Expo-Gelände - und lockt ungeahnte Zuschauer-Massen.

Kämen immer so viele Menschen, wenn die TSV immer in der modernen Arena spielen würde? Geschäftsführer Benjamin Chatton ist da skeptisch. Es müssten mehrere Voraussetzungen erfüllt sein, „um so eine Halle dauerhaft zu füllen“, glaubt der Manager. „10 000 Zuschauer wäre eine sehr große Herausforderung.“

Chatton fügte hinzu: „Wir müssen in Vorleistung gehen. Wir müssen nicht nur erfolgreich Handball spielen, sondern uns auch wirtschaftlich weiterentwickeln, um mehr Menschen begeistern zu können.“ Derzeit ist die TSV aber nur Mittelklasse, liegt trotz fünf Siegen in Serie nur auf Platz neun der Tabelle.

Betriebswirtschaftlich schwer

„Wir wollen die nächsten Schritte gerne gehen, aber das geht nicht von heute auf morgen“, meinte Chatton. Eine halbvolle Arena würde sich für den Club nicht rechnen. „Wenn die Halle ausverkauft ist, geht das. Wenn nicht, ist es betriebswirtschaftlich schwierig. Der Fixkosten-Rahmen ist bei größeren Hallen höher.“ Nach seiner Kalkulation würde sich ein Umzug lohnen, wenn der Schnitt dauerhaft bei 6000 Zuschauern läge.

Damit mehr Menschen kommen, müsste Niedersachsens einziger Handball-Erstligist sportlich erfolgreicher sein. Die Fans schauen bereits auf die Europapokalplätze, die Verantwortlichen reden darüber aber nur ungern. „Mit einer Serie kann man klettern“, sagte der Manager: „Was dabei rauskommt, ist schwierig zu prognostizieren.“ Chatton ist eher vorsichtig bei seinen Prognosen: „Wir wollen dauerhaft zu den besten zehn Mannschaften gehören.“ Als Zehnter wäre die große Halle aber dauerhaft nicht zu füllen. (dpa) Foto: nh

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