Handballspiel in Krakau: Drei Zierenberger jubelten mit

Andreas Wolff: Der deutsche Torwart bejubelte jeden Ballgewinn. Foto:  dpa

Krakau/Zierenberg. Drei Stunden Schlaf - von Müdigkeit aber keine Spur. „Ich sehe so gut aus wie noch nie", lacht Tore Pfeiffer. „Ich bin mit den Gedanken voll bei meiner Arbeit", fügt der Angestellte eines Kasseler Rechtsanwaltsbüros an.

Drei Zierenberger in Krakau: Alexander John, Tore Pfeiffer und Michael Foschum (von links) waren unter den 15000 Zuschauern, die den EM-Endspielsieg der deutschen Handballer gegen Spanien sahen. Foto:  eg

Am Montag gegen 4 Uhr kehrte der Zierenberger gemeinsam mit seinen Vereinskollegen Michael Foschum und Alexander John vom Europameisterschaftsendspiel der deutschen Handballer gegen Spanien aus dem polnischen Krakau zurück. „Diesen Tag werden wir nie vergessen“, beschreibt der 27-Jährige die überragende Vorstellung der Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson, die mit einem 24:17-Erfolg und dem Titelgewinn belohnt wurde. „Das war der reine Wahnsinn“, schwärmt der Kreisläufer des Bezirksoberligisten HSC Zierenberg. Besser könne man nicht Handball spielen. „Deutschland hat den Gegner phasenweise beherrscht. Für die Spanier gab es in der Abwehr unserer Mannschaft kaum ein Durchkommen“, schildert Pfeiffer. „Und wenn doch ein gegnerischer Spieler eine Lücke gefunden hatte, war Torhüter Andreas Wolff zur Stelle.“ Der Wetzlarer Keeper habe super gehalten. „Ich glaube, er hatte eine Quote von 55 oder 56 Prozent parierten Bällen.“

Begeistert waren die drei Zierenberger aber nicht nur vom Auftritt des deutschen Teams. Auch die Stimmung in der Krakauer Halle sei gigantisch gewesen. Die DHB-Fans hätten jeden Treffer ihrer Mannschaft kräftig bejubelt. „Zwei Minuten vor Schluss waren sich alle des Triumphes sicher und haben gesungen: Oh, wie ist das schön“, erzählt Pfeiffer, der für die drei Eintrittskarten zu den beiden Finalspielen insgesamt 471 Euro bezahlt hat. „Das Spektakel im benachbarten Polen wollten wir uns nicht entgehen lassen. Dass eine deutsche Handball-Auswahl in ein Endspiel einzieht, kommt so schnell wohl nicht wieder vor“, glaubt er.

Freundschaftliche Atmosphäre

Auch in der Partie um den dritten Platz gab es einen klaren Sieger. Kroatien setzte sich gegen Norwegen mit 31:24 durch. „Die Anhänger aller Nationen haben sich prima verstanden. Es herrschte eine friedliche und freundschaftliche Atmosphäre unter den 15000 Zuschauern“, schildert der Rechts- und Notarfachwirt, der am Samstagmorgen kurzentschlossen mit seinen Freunden den rund 900 Kilometer langen Weg mit dem PKW von Zierenberg nach Krakau antrat. „Das war irgendwie eine kranke, aber richtig geile Sache.“

Die weite Reise jedoch habe sich gelohnt. „Wir sind Europameister.

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