Region Kassel schult ihre Spitzenschiedsrichter turnusgemäß zweimal pro Jahr

Regelmäßige Schulung: „Die Schiris brauchen das“

Willi

Kassel. Brauchen die das überhaupt noch? „Klar brauchen die Schiris das noch. Fehler machen ja auch die Kollegen in der Bundesliga immer wieder, wie am Samstag in Dortmund zu sehen war“, sagt Willi Reinemann, Schiedsrichter-Beauftragter der Fußballregion über regelmäßige Schulungen.

Er lässt keinen Zweifel an Sinn und Zweck regelmäßiger Schulungen für selbst jene Unparteiischen, die schon höherklassig pfeifen.

Je einmal vor Serienbeginn und vor Ende der Winterpause kommen daher die regionalen Hessen-, Verbands- und Gruppenliga-Schiedsrichter, derzeit 45, sowie diejenigen aus der Kreisoberliga, welche für den Aufstieg infrage kommen wie Andreas Ottlik von der FSK Vollmarshausen, zusammen. So wie vor wenigen Tagen in Kassel geschehen.

Wissam Awada

Drei Komplexe galt es dabei zu behandeln. Allgemeine Regelfragen wurden im ersten bearbeitet. Den zweiten bildete die Vorteilsregel. Die doch eigentlich unstrittig scheint, oder? „Na ja“, wendet Reinemann ein, „die Regel wird immer wieder zu großzügig ausgelegt. Viele wollen auf Teufel komm raus Vorteil laufen lassen. Aber nach mehreren Tritten in die Hacken folgt doch schnell mal ein Revanchefoul.“

So sei es manchmal geraten, doch früher abzupfeifen. Zumal, so Reinemann weiter, „es nicht unbedingt ein Vorteil ist, wenn das Foul in der eigenen Hälfte passiert. Anders sieht es am oder im gegnerischen Sechzehnmeterraum aus.“

Im dritten Abschnitt schließlich werden die Schiris anhand der erfolgten Beobachtungen auf eigene Fehler oder unglückliche Entscheidungen hingewiesen. Ein weites Feld, wie Reinemann betont: „Da kann es auch drum gehen, dass es ungeschickt ist, wenn der Schiedsrichter erst unmittelbar vor dem Einlaufen bemerkt, dass beide Mannschaften Trikots in den gleichen Farben tragen.“

Die Unparteiischen selbst begrüßen die regelmäßige Förderung. Auch die in Verbands- und Hessenliga tätigen, welche zusätzlich einmal im Jahr in Grünberg weitergebildet werden. „Die Schulungen sind sehr interessant. Gerade aus der Schiedsrichterbeobachtung heraus bekommen wir viele Verbesserungsvorschläge und durch den Austausch mit den Kollegen viele Anregungen“, berichtet Wissam Awada aus Kassel, der in der Fußball-Hessenliga pfeift.

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