Der Kasseler Dragutin Horvat ließ bei einem europäischen Darts-Turnier aufhorchen

Einer, der die Profis ärgert

Feierte den größten Erfolg seiner Karriere: Dartspieler Dragutin Horvat aus Kassel erreichte beim European-Tour-Event in Riesa das Viertelfinale und warf dabei Top-Spieler des Sports aus dem Turnier. Foto:  Malmus

Kassel. Für Dragutin Horvat war das erste September-Wochenende 2016 ein ganz besonderes. Der 40 Jahre alte Kasseler spielt in der Dart-Bundesliga für den DC Hessen Kassel.

An jenem Wochenende qualifizierte er sich aber bei den International Darts Open im sächsischen Riesa für das Hauptfeld – ein Turnier, bei dem die Großen des Sports mit den drei Pfeilen und der Scheibe dabei waren. Dort sorgte er für Aufsehen.

Denn der Sohn kroatischer Eltern räumte als Qualifikant mit Ricky Evans aus England (6:4), Gerwyn Price aus Wales (6:5) und dem Engländer Ian White (6:4) nacheinander die Nummer 47, 22 und elf der Weltrangliste aus dem Weg und stürmte bis ins Viertelfinale vor. Damit ist er erst der zweite Deutsche nach Max Hopp, der unter die letzten Acht bei einem European-Tour-Event gekommen ist. Erst dort musste sich Horvat dem Belgier Kim Huybrechts (Nummer 13 der Welt) mit 1:6 geschlagen geben.

Dass der 40-Jährige überhaupt zum Darts gefunden hat, war Zufall. „1999 habe ich bei einer Mannschaft ausgeholfen, bei der ein Spieler gefehlt hat. Vorher habe ich nur zum Spaß mal gedartet“, erzählt Horvat. Danach kam er nicht mehr von der Scheibe los. „Ich habe die Saison zu Ende gespielt und anschließend einen eigenen Verein in Kassel gegründet – die Mad Dogs“, sagt Horvat, der in der aktuellen Weltrangliste jetzt auf Position 127 geführt wird.

Anschließend wechselte er zu den Golden Arrows (Kassel), mit denen er von der Regionalliga bis in die Bundesliga aufstieg. Über einen Zwischenstation in Dortmund bei den White Caps fand er 2013 zu seinem aktuellen Team in Kassel, das in der Gaststätte Dart’s in der Mattenbergstraße 150 in Oberzwehren zu Hause ist. Der Erfolg in Riesa ist für den Dartspieler dabei der größte seiner Karriere.

„Ich habe bislang viermal die Qualifikation geschafft – sonst war aber immer in der ersten Runde wieder Schluss“, sagt Horvat. In Riesa sei es beeindruckend gewesen, vor 4000 Zuschauern zu spielen. „Der größte Druck war aber, zu wissen, dass meine Freunde und Teamkollegen aus Kassel zuschauen“, berichtet Horvat. Für den Stahl- und Betonbauer ist Darts aber trotzdem nur ein Hobby, mit dem er kein Geld verdienen kann.

Als er in der Halle vor dem Dartboard stand, habe er das Drumherum aber ausgeblendet. „Man sieht die Leute, hört sie auch, aber man nimmt das Ganze nicht so wahr“, sagt Horvat. Geholfen habe ihm Dart-Profi Mensur Suljovic aus Österreich, den er mittlerweile gut kennt. „Mensur hat mir gesagt, was ich in den Spielen schaffen muss. Das habe ich dann einfach so gemacht“, erklärt Horvat den Erfolg.

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