Was war denn da los?

Spieler beim SV Kaufungen: Erst heiraten, dann läuft es

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Das Hochzeitspaar: Justine und Jonas Kaczenski. Der 28 Jahre alte Abwehrspieler des SV Kaufungen heiratete am Freitag und traf am Sonntag doppelt für seinen Verein.

Kaufungen. Wenn das nicht gute Voraussetzungen für eine lange gemeinsame Zukunft sind. Jonas Kaczenski vom Fußball-Gruppenligisten SV Kaufungen heiratete am  Freitag seine Partnerin Justine - natürlich inklusive einer ausgiebigen Feier, Familienbesuch über das ganze Wochenende und wenig Schlaf.

Sonntag stand mit seiner Mannschaft aber trotzdem das Heimspiel gegen Herleshausen/Nesselröden/Ulfegrund an. Und der Abwehrspieler traf beim 4:0-Sieg gleich zweimal. Wir fragen nach: Was war denn da los?

„Freitag war die standesamtliche Hochzeit, eine freie Trauung vor der Orangerie“, erzählt der 28 Jahre alte Student. „Anschließend haben wir gut gefeiert - bis sechs oder sieben Uhr morgens.“ Bereits einen Tag zuvor stand der Polterabend an. Und auch am Samstag seien noch viele Gäste da gewesen, um die sich das Brautpaar kümmern musste. „Ich habe in den Tagen nie mehr als drei bis vier Stunden Schlaf bekommen“, sagt Kaczenski zur Vorbereitung auf das Spiel am Sonntag.

Und Kaczenski ist nicht der einzige Spieler, der bei der Hochzeit gut gefeiert hat. Seine Trauzeugen, Marius Ehlert und Hannes Peschutter, sind Teamkollegen. „Die beiden haben komplett durchgezogen“, sagt der 28-Jährige. Und auch der Kaufunger Niklas Schöttner war bei der Hochzeitsfeier dabei.

Alle vier standen am Sonntag in der Startaufstellung. Trainer Jörg Müller sei aber informiert gewesen. „Er hat uns trotzdem alle aufgestellt“, sagt der gebürtige Essener. „Mein Kreislauf war am Sonntagmorgen aber eigentlich gar nicht vorhanden. Ich war gerädert und müde“, berichtet Kaczenski.

Auf dem Platz war davon dann aber nicht mehr viel zu sehen. Nach zehn Minuten das 1:0 - Torschütze Kaczenski. „Nach einer Standardsituation habe ich den Ball aus dem Gewühl per Kopf ins Tor gedrückt“, beschreibt Kaczenski den Treffer. Und zwei Minuten später schlägt er schon wieder zu, dieses Mal nach einer Ecke. „Meine Frau hat gesagt, dass ich kamikazemäßig gegen den Ball gesprungen bin“, sagt der frisch Verheiratete. 2:0 - nach zwölf Minuten.

Coach Müller wusste direkt, bei wem er sich für die Tore bedanken musste. „Er hat sich zu meiner Frau umgedreht, gelächelt und ihr zugenickt“, sagt Kaczenski. „Zu mir hat er anschließend gesagt, dass ich mir mein Hochzeitsgeschenk selbst gemacht habe.“

Es läuft momentan einfach für den Außenverteidiger. Auch in den vergangenen beiden Spielen hatte er schon getroffen, da aber jeweils nur einmal. „Mein letzter Doppelpack ist aber schon sieben Jahre her“, sagt Kaczenski, der seit 2012 in Kassel wohnt. „Normalerweise mache ich so zwei bis fünf Tore pro Saison. Jetzt habe ich schon fünf nach zehn Spieltagen.“

In die Flitterwochen geht es aber erstmal nicht. Kaczenski schreibt gerade an seiner Masterarbeit. Müssen sie ja auch gar nicht. Es läuft auch so schon ganz gut.

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