Strafstoß weckt Erinnerungen

Geniales und womöglich arrogantes Elfmetertor: Auch sie machten es wie Messi

Lionel Messi

Kassel. Lionel Messi und die etwas andere Ausführung eines Elfmeters sorgen für Gesprächsstoff in der Fußballwelt. Erfunden hat der Superstar des FC Barcelona den Trick aber nicht.

Beim 6:1 des FC Barcelona gegen Celta Vigo hatte der Superstar aus Argentinien den Ball bei einem Strafstoß nicht direkt aufs Tor geschossen, sondern nur einen Meter vorgelegt. Sein Teamkollege Luis Suarez verwandelte schließlich. Seitdem diskutieren die Freunde des Fußballs, ob das einfach nur mal wieder genial war von diesem Messi – oder arrogant und unsportlich.

Eines steht fest: Erfunden hat Messi den Trick nicht. Der kam auch schon früher das eine oder andere Mal zur Anwendung – unter anderem bei einem Spiel der Kasseler Gruppenliga zwischen dem TSV Wolfsanger und dem CSC 03 Kassel im Jahr 2009. Damals sorgte ein Elfmeter von Parham Nasseri und David Döring für Aufsehen – unsere Zeitung berichtete groß über den Treffer zum 3:1 beim 3:2 für Wolfsanger. Nasseri tippte den Ball kurz an, Döring schoss den Ball schließlich ins Tor.

Messi und Suarez weckten auch bei Nasseri und seinem Umfeld die Erinnerung. „Als Messis Trick die Runde gemacht hat, habe ich jede Menge Nachrichten bekommen – und ich habe mich schlappgelacht“, erzählt der große Barcelona-Fan Nasseri, der heute Spielertrainer beim Gruppenligisten FC Bospurus ist. Damals ernteten er und Döring viel Kritik für ihr Vorgehen, heute sagt der 25-Jährige: „Wenn das heute schon die Elite macht, kann es ja nicht verkehrt gewesen sein.“ Er verteidigt die eigenwillige Variante: „Sie ist vergleichbar mit einem Freistoß. Da berührt auch ein Spieler kurz den Ball – und ein anderer schießt.“

Trotzdem hat Nasseri nie mehr Gebrauch von diesem Trick gemacht – vielleicht auch deshalb, weil er damals lediglich angestiftet worden war zu diesem kleinen Fußballstreich. Schließlich war es David Döring, der die Idee hatte, nachdem er im Internet sich manch kuriosen Elfmeter angesehen hatte. Nasseri willigte ein – und bei nächster Gelegenheit narrte das Duo den Gegner und ein bisschen auch Mitspieler und Trainer. Denn keiner wusste von den Plänen, auch im Training hatte es keine Hinweise auf das gegeben, was Döring und Nasseri vorhatten.

Auch für Real-Madrid-Fan Döring, mittlerweile 30 und beim Gruppenligisten Tuspo Rengershausen aktiv, blieb die Ausführung eine einmalige Sache. Der Grund: „Ich habe keinen mehr gefunden, der sich getraut hat.“ Der Reiz einer Widerholung ist anders als bei Nasseri also durchaus noch vorhanden. Döring, , sagt: „Irgendwann werde ich das auf jeden Fall noch einmal machen, wenn das Ergebnis stimmt. Dann werde ich aber der Messi sein und nicht der Suarez.“

Einer von Messis Vorgängern war im Übrigen Barcelona-Legende Johan Cruyff, der 1982 im Trikot von Ajax Amsterdam bei einem Elfmeter sogar Doppelpass mit Jesper Olsen spielte. Der krebskranke Cruyff soll gerührt gewesen sein, als er von Messis Trick erfahren hat, den viele auch als Hommage an Cruyff sehen.

Hier sehen Sie Messis Elfmeter-Trick

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