Ali Rahmati

Aus dem Iran geflüchtet: Profi spielt jetzt für den OSC Vellmar

Eingerahmt: Vellmars neuer Abwehrspieler Ali Rahmati präsentiert sich mit seinem Förderer Irag Ghaboulidashti (links) und Trainer Mario Deppe. Foto: Hedler

Vellmar. Ali Rahmati bedankt sich. Und zwar beim OSC Vellmar, weil er sehr herzlich empfangen wurde. Und er bedankt sich bei der Familie Ghaboulidashti, in deren Vellmarer Haus er derzeit wohnt.

Es muss das Paradies sein für den jungen Mann, der die vergangenen neun Monate in einem Flüchtlingswohnheim in Holzwickede verbracht hat.

Ali Rahmati ist neuerdings Abwehrspieler beim Fußball-Hessenligisten OSC Vellmar, aber die Vorgeschichte ist trauriger und spannender als bei den üblichen Transfers. Oft verpflichtet der OSC Spieler, die beim FSC Lohfelden nicht glücklich geworden sind, manchmal rücken Akteure aus der eigenen Jugend oder der zweiten Mannschaft nach, und sporadisch schließt sich auch ein Fußballer aus der Umgebung den Vellmarern an.

Ali Rahmati kommt aus Teheran. Weil er Christ ist und politisch aktiv war, musste der jetzt 26-Jährige aus dem Iran fliehen. Vor ziemlich genau einem Jahr hat er sich auf den Weg gemacht, kurz vor Weihnachten ist er in Deutschland angekommen.

Aber Ali Rahmati, der Fußballprofi, hatte Glück im Unglück, denn sein Vater Hossein - einst einer der besten Fußballer seines Landes - hatte schon seit Jahrzehnten gute Kontakte nach Deutschland. Mano Ghaboulidashti, der später in dieser Region als Mittelfeldspieler des GSV Eintracht Baunatal und des FSC Lohfelden bekannt wurde, war schon vor etwa 30 Jahren aus dem Iran geflüchtet und wurde in Deutschland als Asylbewerber anerkannt. Manos Bruder Irag, bei dem Rahmati derzeit wohnt, kam dagegen als Student nach Kassel.

Zurück zu Ali Rahmati. Der hatte zwar von März bis Mai für den TBV Lemgo in der Bezirksliga gekickt, dann aber den kompletten Sommer pausiert. Also debütierte der Abwehrspieler völlig unvorbereitet beim OSC Vellmar. Aber am Samstag, beim 3:1-Sieg gegen Viktoria Kelsterbach, sahen 200 Menschen, was nicht zu übersehen war: Rahmati hat einen immensen Trainingsrückstand. Fest steht aber auch, dass der Iraner ausgezeichnet kicken kann und den OSC in spätestens vier Wochen deutlich verstärken wird.

Der Tag wird kommen, an dem sich Ali Rahmati nicht nur mit Worten, sondern auch mit guten Leistungen bei seinem neuen Klub bedanken wird.

Von Gerd Brehm

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