Isabella Möller spielt für Deutschland

Kasselerin in der U17: „Richtig Bock, die EM zu spielen“

Bei der U17: Die gebürtige Kasselerin Isabella Möller im Trikot der deutschen Mannschaft. Foto: privat

Kassel. Von Nordhessen in die große Fußballwelt: Ein Traum, der für die gebürtige Kasselerin Isabella Möller wahr geworden ist.

Denn sie ist bei der U17-Fußball-Europameisterschaft der Frauen dabei, die am Montag in Island beginnt.

„Ich bin schon mega aufgeregt. Es ist die erste Europameisterschaft, die ich spiele“, sagt sie. Von ihrer Nominierung erfahren hat sie per E-Mail. „Ich habe mein Postfach aktualisiert und dann ist die Mail vom DFB aufgeploppt. Da ging der Puls ganz nach oben. Die Nachricht war zum Glück gut“, schildert sie diesen Moment.

Isabella Möllers Weg zu den DFB-Juniorinnen begann in der nordhessischen Provinz: Genauer gesagt beim SV Kaufungen 07, bei dem sie mit dem Fußballspielen begann. Damals einer ihrer Trainer: Papa Bernd. „Wegen meiner Schnelligkeit hat er mich ins linke Mittelfeld gestellt“, erzählt Möller.

Von Kaufungen ging es erst nach Vellmar, dann folgte der große Schritt: Mit 14 Jahren wechselte sie in die Jugend von Bundesligist Turbine Potsdam, wie auch die aktuellen Nationalspielerinnen Jennifer Cramer (Birkenbringhausen) und Pauline Bremer (Göttingen). Dreieinhalb Stunden von Zuhause entfernt, lebt sie seitdem dort im Sportinternat. Das heißt: Morgens und abends Training, dazwischen Schule. „Anfangs war es schwer. Ich hatte ganz schlimmes Heimweh, wollte am liebsten jedes Wochenende zurück nach Hause“, erinnert sich die 17-Jährige an ihre ersten Monate in Potsdam.

Mit der Zeit fand sie in Brandenburg aber neue Freunde, lebte sich dort ein. Ihre Ausflüge in die nordhessische Heimat werden seltener. „Ich habe zehnmal die Woche Training. Da habe ich einfach wenig Zeit nach Kassel zu kommen“, erzählt sie. „Ich bin vielleicht einmal im Monat da. Dann verbringe ich die Zeit mit meiner Familie, treffe Freunde von früher“, sagt Möller, die ihre Freizeit am liebsten mit ihrem Zwillingsbruder Nico verbringt. „Am besten ist es, wenn er auch da ist. Dann sind wir oft in der Innenstadt, schlendern mit Freunden über die Königsstraße“, erzählt sie über diese seltenen Gelegenheiten. Denn auch ihr Bruder lebt in einem Sportinternat, nämlich in dem von Fußball-Bundesligist Mainz 05.

„Für meine Mama ist das blöde. Erst ging ich weg, ein Jahr später mein Bruder, jetzt ist keiner von uns mehr Zuhause“, sagt Isabella Möller, die ihre Gedanken aber auf die EM richtet. Auf Island war sie noch nie. „Wir haben uns aber mit einem Reiseführer schon über mögliche Ausflugsziele informiert“, berichtet Möller. „Und die Bilder vom Hotel in Reykjavik sehen auch gut aus.“

Dem Turnier sieht sie gespannt entgegen. „Das wird eine neue Erfahrung für mich. Unsere Trainerin hat erzählt, dass man mit einer Eskorte zum Spiel gebracht wird. Das ist schon eine andere Nummer als sonst“, sagte sie mit einer Stimme, aus der ihre Vorfreude deutlich herauszuhören ist. Eine Vorfreude, die sie selbst am besten in Worte fasst: „Ich habe einfach richtig Bock, die EM zu spielen.“

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