Vor Ort: Abschlusstraining bei den Bashlorettes, die heute in die Saison starten

Rasante Mädels auf vier Rollen beim Rollerderby

+
Schwungvoll auf dem Spielfeld: Die Bashlorettes (von links) Andrea Mentel, Leonie Blume, Tina Fusch, Nina Felgen, Daniela Ascher, (ganz hinten) Almuth Fuhrmann, Chonie Flöther, Rebekka Hörnlein (ganz vorn) und Tina Vossler.

Kassel. Sie heißen Martha Pfahl und Killer Bee, Knockahontas und K.O. Rinna. Sie sind schnell. Sie scheuen keinen Körperkontakt. Und sie sind auf Rollschuhen unterwegs. Ihr Sport verspricht jede Menge Tempo und Taktik. Die Bashlorettes aus Kassel spielen Rollerderby.

Heute starten sie bei den Demolition Derby Dolls Hannover in die neue Drittliga-Saison. Zu Besuch beim Abschlusstraining.

Die Faszination

Mit dem Schuhwechsel beginnt die Verwandlung. Turnschuhe, Stiefel, Boots stellen die Sportlerinnen zur Seite. Geschnürt werden nun die Rollschuhe. „Sie sind schon wieder retro“, sagt Trainerin Martha Pfahl und lacht. „Und fürs Musical Starlight Express haben wir hier eindeutig zu wenige Glitzershirts.“ Sie heißt eigentlich Marie-Christin Spitznagel. Doch zum Rollerderby gehört der Namenswechsel wie der Schuhwechsel. Und so werden die Spielerinnen zu Racy Racoon, Donna Wetter und Femme Frontal. „Ich wollte Coryfee heißen. Aber das war zu lieb“, erklärt Corinna Glöckner. Nun heißt die 32-Jährige K.O. Rinna.

Warum haben sich die Spielerinnen für Rollerderby entschieden? „Es ist endlich mal ein Teamsport ohne Ball, kein typischer Mädchenkram. Wir können uns austoben. Wir entsprechen keinem Stereotyp. Wir haben keine Angst vor Körperkontakt“, sagt Black Angel alias Daniela Ascher. „Rollerderby funzt. Es fordert mich viel mehr, als es Handball oder Volleyball könnte“, ergänzt Betty Beef (Andrea Mentel). „Die Derbymentalität ist eine andere als in vielen anderen Sportarten. Es gibt nichts Zickiges. Es ist ein Vollkontaktsport, er fordert mich anders, ist umfangreicher. Und wir sind alle robust, wir halten es aus, wenn wir gecheckt werden“, sagt Glam Gore-ia (Tina Fusch).

Das Training

Der erste Spieltag wird nachgestellt. Erstmal Check der Ausrüstung. Das dient der eigenen Sicherheit. Mundschutz raus. „Ist er durchgebissen?“, fragt Foxx Tank alias Leif Carl. Sitzt die Ausrüstung richtig, stimmen die Nummern? Dann Aufwärmen. Mit Drills. Ein Pfiff. Dann wird gesprintet. Nächster Pfiff. 180-Grad-Drehungen aus vollem Tempo heraus. Single knee (Bremsen auf einem Bein), Tomahawk (Bremsen auf dem Stopper), Four-Point-Fall (Auf Knie und Hände fallen), Transition 360 (Ganzkörperdrehung). Die Bashlorettes kommen auf Touren. Weiter geht’s mit dem Trainingsspiel, auch Scrimmage genannt. Spätestens jetzt ist klar: Wer Englisch kann, ist klar im Vorteil.

Co-Trainerin Bombastic Bumblebee (Andrea Heinen) stellt die Line-Ups auf. Eine Formation trägt weiße, eine rote Leibchen. Die Jammer ziehen die Haube mit den Sternen über, die Pivots die mit den Streifen. Runde um Runde drehen die Bashlorettes. Mal wird eine Hüfte ausgefahren, mal tanken die Jammer geschickt hindurch. Mal lobt Martha Pfahl, mal ermahnt sie. „Super Einsatz gegen Femme Frontal, K.O. Rinna. Merk dir dieses Bild. Nimm’s mit in den Wettkampf.“ Femme Frontal (Nina Felgen) nutzt die Trinkpause: „Es tut mir leid für die aus meinem Team, die ich gerade voll über den Haufen gefahren habe.“

Zweimal pro Wochen trainieren die Bashlorettes gemeinsam. Dazu machen alle noch individuelles Training im Fitnessstudio oder laufen.

Vor dem ersten Spiel 

Der Mannschaft ist die Vorfreude anzumerken, aber auch ein gewisser Respekt. Schließlich geben die meisten ihr Liga-Debüt. Letzte Ansage der Trainerin: „Die Pompoms basteln wir nicht selbst. Die kaufen wir ein.“ Dann wird ein letztes Mal der Einlauf geprobt. Zur Musik muss jeder Schritt sitzen.

Heute um 12.30 Uhr geht’s los. Um 16.15 Uhr ist Anpfiff. Und die Bashlorettes sind bereit.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.