Schlechte Nachrichten für Kassels Fußballklubs: Rasenplätze erneut gesperrt

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Kassel. Im heimischen Fußball ist der Wurm drin. Kurz vor der Winterpause macht die Stadt Kassel zum zweiten Mal alle Rasenplätze dicht.

Damit gerät der Spielplan bereits Mitte November durcheinander. Schon jetzt steht fest: Im kommenden Frühjahr wird es ein straffes Programm geben. Wie Betroffene die Absagen bewerten:

Der Funktionär

Horst Riemenschneider hat viel erlebt. Der Mann aus Kassel ist seit einer gefühlten Ewigkeit im Kreisfußballausschuss tätig. „Es gab Jahre, da hatten wir gar keine Absagen. Aber auch schon Spielzeiten, als im Oktober die ersten Spiele ausfallen mussten“, sagt der stellvertretende Kreisfußballwart mit Blick auf die aktuelle Situation. Seine Arbeit werde durch die Absagen erschwert. Denn für jedes ausgefallene Spiel muss ein neuer Termin gefunden werden. Die Planungen dafür würden in der kommenden Woche beginnen, sagt Riemenschneider. 

Hier wird es kompliziert. Erstens seien Pokalspiele zu berücksichtigen. Zweitens, und das betrifft mögliche Abendspiele unter der Woche: „Die können wegen der Helligkeit erst ausgetragen werden, wenn wir wieder Sommerzeit haben.“ Drittens sei es riskant, Begegnungen in den Februar und März zu legen, weil in dieser Zeit erfahrungsgemäß das Wetter ebenfalls nicht mitspielt. Und viertens seien Nachholspiele in der Woche eine Belastung für die Vereine. Mit Blick auf die Vergangenheit sagt Riemenschneider: „Das Wetter macht uns immer öfter einen Strich durch die Rechnung. Man kann nicht mehr planen.“

Der Trainer

Fehlende Planungssicherheit beklagt auch Lothar Alexi. Der Trainer von Verbandsligist CSC 03 muss in Tagen wie diesen improvisieren. „Ich will für die Jungs die Zeit erträglich gestalten“, sagt der 60-Jährige. Zum Training weichen die Rothosen auf den Kunstrasen auf den Waldauer Wiesen aus. Der eigene Hartplatz an der Jahnkampfbahn sei zu weich. Alexi kritisiert: „Es muss mehr Kunstrasenplätze geben. Die meisten Hart- und Rasenplätze sind nicht mehr zeitgemäß.“ In den Einheiten setzt der erfahrene Trainer auf Spielformen, in denen der Spaß im Vordergrund steht. Alexi nennt es ein Gute-Laune-Training. 

Um einem drohenden Termindruck vorzubeugen, wirft er die Frage auf, warum nicht bis Mitte Dezember gespielt werden könne. Nächste Woche geht die Verbandsliga in die Winterpause. Gestern zumindest hat die Mannschaft aus der Not eine Tugend gemacht. Statt auf dem Fußballplatz zu schwitzen, entspannten sich die Rothosen in der Therme.

Der Spieler

Für Kreisoberligist TSV Wolfsanger fällt an diesem Wochenende bereits das dritte Spiel aus. „Das ist alles nicht so prickelnd“, sagt Mittelfeldspieler Marvin Schwiede. Zum Training gehe es ab und an in die Laola-Halle – gute Bedingungen sähen anders aus. Der 25-Jährige sagt außerdem, dass Ausfälle das Tabellenbild verzerren. „Man rennt hinterher.“ So würde bei Nachholspielen der Druck wachsen. „Wenn die in die Hose gehen, rutschst du ganz schnell ab.“ Keine schöne Situation für Schwiede und die anderen Fußballer in der Region.

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