Bewegung für Nordhessen: Für die richtige Balance im Job

Beim Balance Check: Mit einem Sensor am Ohr wird der Pulsschlag gemessen. Larissa Rotolo beim Gespräch mit Thorsten Bauer, Regionalgeschäftsführer bei der Barmer GEK. Alle Fotos: Schachtschneider

Kassel. Bewegung für Nordhessen geht weiter: Jetzt sind die Firmen dran. Wir waren vor Ort beim Gesundheitstag bei der Handwerkskammer Kassel.

Es ist fast ruhig. Bis auf das gedämpfte Gelächter, das trotz geschlossener Tür aus dem großen Tagungsraum am Ende des Flures schallt. Dort leitet Martin Leß von der Barmer eine Einheit Brainfit. An der Tür daneben hängt ein Schild „Bitte nicht stören“. Drinnen geht’s um Medi Mouse - mit Dennis Hublitz, dem Projektleiter betriebliche Gesundheitsförderung bei „Befit@Work“, dem zweiten Partner der Fitnessaktion für Firmen.

Der Balance Check

Auf dem Flur steht ein großer Aufsteller: „Balance Check - Testen Sie Ihre Entspannungsfähigkeit“. Davor hat Larissa Rotolo Platz genommen. Die 23-Jährige klemmt sich einen Pulsmesser ans Ohr. Atmet tief ein und aus - in dem Rhythmus, in dem es ihr die blaue Säule auf dem Laptop signalisiert.

„Es geht um ihren Ruhepuls. Da ist es wichtig, dass sie sich auf sich selbst konzentrieren kann. Unruhe im Umfeld ist nicht förderlich“, erklärt Thorsten Bauer, ehemals Fußballer beim KSV Hessen und heute Regionalgeschäftsführer bei der Krankenkasse Barmer GEK. Ermittelt wird die Herzfrequenz. Schwankungen geben Aufschluss über den Zustand der inneren Regulations- und Regenerationsfähigkeit. „Die ist wichtig, damit der Mensch sich körperlich und seelisch richtig erholen kann“, erklärt Bauer. Je mehr Stress, desto belasteter ist das Herz. Danach fragt er nach Stressbelastung, Sportprogramm, Gewicht und Alter. Der daraus entstandene Wert gibt Aufschluss über die Balance. Alles streng vertraulich versteht sich. Rotolo sagt: „Der Test hat meine Einschätzung bestätigt. Dieses Feedback war wichtig.“

Bauers Zeitplan ist voll. 15 Minuten sind pro Person eingeplant. Der Test dauert kaum länger als eine Minute. Doch der 38-Jährige gibt anschließend Tipps, wie die Mitarbeiter im Alltag ihre Balance verbessern können: mit Sport, mit Entspannungstechniken, mit guter Ernährung. „Ich habe erfahren, dass ich mehr Entspannungsübungen machen soll. Das hätte ich nicht gedacht. Ich bin äußerlich zwar ruhig, aber innerlich angespannt“, sagt Andrea Alt.

Die Organisation

Die 50-Jährige hat gemeinsam mit Kollegin Andrea Zinke den Tag auf die Beine gestellt. Die beiden sind die Gesundheitssport-Beauftragten der Handwerkskammer. Einmal pro Woche geben sie die Vorturnerinnen für eine kleinen Kollegenkreis. Die Geschäftsführung unterstützt das. „Es wird begrüßt, auch wenn die Teilnehmerzahl manchmal besser sein könnte“, erklärt Eberhard Bierschenk, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Er schaut an diesem Vormittag ebenfalls vorbei, schnuppert beim Brainfit rein.

Alt und Zinke haben die Bewerbung für den Gesundheitstag bei der HNA eingereicht, sich mit der Geschäftsführung abgestimmt, die Mitarbeiter angeschrieben, die Räumlichkeiten organisiert.

Und sie freuen sich darüber, dass es um sie herum mittlerweile ein wenig zugeht wie im Taubenschlag. Immer wieder biegen andere Mitarbeiter um die Ecke. Entweder, weil ihr vorab vereinbarter Termin stattfindet. Oder aber spontan, um zu fragen, ob noch ein Platz frei ist. Denn der Gesundheitstag hat sich herumgesprochen. Das Angebot während der Arbeitszeit, es wird dankend angenommen zwischen 9 Uhr bis 16 Uhr. Entsprechend positiv fällt das Fazit aus. Bauer sagt: „Wichtig ist, dass von den Mitarbeitern Eigeninitiative kommt. Die Teilnehmer heute waren sehr aufgeschlossen.“

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