Ex-Profi Sven Hoffmeister nach 26 Jahren zurück beim Kasseler Stammverein

Wieder in Olympias Tor

Da war er noch bei den Löwen: Sven Hoffmeister bereinigt die Situation in einem Spiel der KSV-Reserve. Kleines Bild: Hoffmeister 2015 beim Fototermin des FSV Mainz 05, bei dem er als Torwarttrainer im Nachwuchsleistungszentrum arbeitet. Fotos: dpa/Fischer

Kassel. Er spielte in einigen der höchsten deutschen Fußball-Klassen. Für Mainz 05 stand er in der 2. Bundesliga zwischen den Pfosten. Er war beim SV Sandhausen. Beim KSV Hessen. Beim SC Neukirchen, als dieser in der Regionalliga die Großen das Fürchten lehrte. Nun ist der Kasseler Sven Hoffmeister im Alter von 46 Jahren wieder dort im Tor, wo einst alles begann: bei Olympia Kassel in der Kreisliga. Hier die ganze Geschichte.

Die Ausgangssituation

Hoffmeister hat seinen ersten Wohnsitz in Kassel. Hier lebt er mit seiner Familie. Seine Arbeitsstätte ist aber in Mainz, wo er als Torwarttrainer im Nachwuchsleistungszentrum des Bundesligisten tätig ist. Gerade erst hat er seinen Vertrag dort bis zum Jahr 2019 verlängert. Hoffmeister trainiert aktuell fünf Torhüter, die für deutsche Jugendnationalmannschaften auflaufen. Nach Ende seiner Karriere als Aktiver hatte er als Coach beim KSV Hessen gearbeitet. In der Regionalliga hütete er letztmals am 12. November 2011 das Tor. Da musste Hoffmeister bei der 1:6-Pleite in Großaspach sechsmal hinter sich greifen. 6:1 endete auch sein letztes Spiel in einem Löwen-Trikot: Dies war jedoch am 25. März 2012 ein Sieg der Reserve über den SC Willingen.

Die Anfrage

Als das Team von Olympia im Juni in der Relegation an das Tor zur Kreisoberliga klopfte, gehörte Hoffmeister zu den interessierten Beobachtern auf der Tribüne. „Der Kontakt zu meinem Stammverein ging nie verloren. Olympia ist immer eine Anlaufstelle für mich“, erläutert der Ex-Profi. Zwar verpasste die Mannschaft den Aufstieg, ihr Trainer Stefan Böcking fragte aber dennoch bei „Hoffe“, wie ihn Freunde und Kollegen rufen, an, ob dieser sich vorstellen könnte, zukünftig im Tor des Kreisligisten auszuhelfen – falls der Stammkeeper Marc Jechorek mal ausfallen sollte. Hoffmeister sagte zu – damit schloss sich der Kreis. Denn: Von der E-Jugend bis zu den Senioren war Olympia bereits seine sportliche Heimat.

Das Comeback

Nachdem der 24-jährige Jechorek die Klubverantwortlichen darüber informierte, dass er im Oktober im Urlaub weilen wird, bat Böcking Routinier Hoffmeister darum, in diesem Zeitraum einzuspringen. Was für „Hoffe“ kein Problem darstellt: „Meine Mainzer Nachwuchsteams spielen immer samstags.“ Und Olympia? Musste sonntags ran. 26 Jahre nach seinem letzten Auftritt für den Kasseler Traditionsverein war Hoffmeister mit den Einsätzen im Oktober endgültig zurück.

Die Bilanz

Zu Hoffmeisters Pflichtspieldebüt gab es ein 1:0 gegen Germania Kassel. Gegen den TSV Wolfsanger II wurde es ein 2:0-Erfolg. Danach kehrte Jechorek zunächst wieder ins Gehäuse zurück. Da sich die Nummer eins dann aber am Ellenbogen verletzte, musste der Oldie wieder ran – und bescherte dem Spitzenreiter wieder einen Sieg ohne Gegentreffer: 5:0 gegen Hermannia Kassel. „Es macht mir Spaß mit den Jungs, und ich denke, dass ich ihnen in punkto Einstellung einiges mitgeben kann“, betont Hoffmeister, „ich bin nach wie vor ehrgeizig. Es wäre schön, wenn wir auch die nächsten Partien gewinnen könnten.“ Denn bis zur Winterpause, in den Duellen mit Wilhelmshöhe II und Simmershausen, muss er auf jeden Fall ran. Und wenn noch einmal ein höherklassiger Klub anfragt? „Keine Chance, Olympia ist mein letzter Verein.“

Von Björn Mahr

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