Golla fährt mit den Profis ins Trainingslager nach Fuerteventura

Kreisläufer der mJSG-A-Jugend: Jetzt greift Golla richtig an

Trainiert täglich: Melsungens Talent Johannes Golla spielt in dieser Serie noch für drei Mannschaften. Foto: Kasiewicz
+
Trainiert täglich: Melsungens Talent Johannes Golla spielt in dieser Serie noch für drei Mannschaften.

Melsungen. Es ist eine Binse, aber sie ist doch so wahr: Um es in den Profihandball zu schaffen braucht es Talent, Willen, aber vor allem Glück. Und somit beginnt die Profikarriere von Melsungens Johannes Golla auf einem Golfplatz. Wie bitte?

Peter Golla, früherer Zweitligahandballer aus Wiesbaden, war mit seinem Kumpel, dem MT-Coach Michael Roth, Golf spielen. Dabei erzählte der stolze Vater von seinem Sohn und Roth lud diesen kurzerhand zum Training ein. Filius Johannes kam, überzeugte und wechselte vor gut einem Jahr zur A-Jugend der MT Melsungen. Ab Montag ist der Kreisläufer sogar beim Trainingslager des Bundesligisten auf Fuerteventura dabei.

Derzeit ist der 18-Jährige für drei Teams spielberechtigt: die Bundesligamannschaft, die Oberliga-Reserve und für die A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen. Vor allem in der A-Jugend zeigt sich das Ausnahmetalent des Modellathleten. Golla führt die Torjägerliste der West-Staffel an. „Die Größe und Robustheit von Johannes sind außergewöhnlich. Dazu kommt die tadellose Einstellung und der Ehrgeiz. Für sein Alter ist er erstaunlich professionell“, lobt ihn Nachwuchs-Coach Philip Julius.

Erstaunlich gut steckt der Kreisläufer die Dreifachbelastung weg. „Das ist nicht immer einfach, vor allem, wenn zwei Spiele an einem Tag sind. Aber die Trainer achten darauf, mich nicht zu verheizen“, sagt Golla, der bei der ersten Mannschaft mittrainiert und zweimal (gegen Stuttgart und Flensburg) schon im Aufgebot stand. Klar, der Abwehrchef der A-Jugend kann einiges wegstecken, wiegt bei 1,96 Meter Körpergröße 99 Kilo (Golla: „105 Kilo wären ideal für mich.“).

Neuer Vertrag ist fix

Er trainiert täglich für sein großes Ziel, es in die Bundesliga zu schaffen. Und wurde dafür vom Verein nicht nur mit dem Trainingslager „belohnt“, sondern auch mit einem neuen Vertrag über zweieinhalb Jahre. „Hier habe ich die besten Bedingungen“, sagt Golla, der in einer Talente-WG (mit Florian Weiß, Jan Grolla und Maxim Schalles) in Melsungen wohnt.

Mit fünf Jahren kam der gebürtige Rheingauer zum Handball. Das musste wohl so sein, er stammt aus einer Handballerfamilie, denn auch die kleine Schwester Paulina (15) spielt bereits in einer DHB-Auswahl. Mit dem Wechsel nach Melsungen ging es erstmals weg von zuhause. Jetzt steht in diesem Jahr für den Hünen das Abitur an. Seine Leistungskurse: Biologie und – natürlich – Sport. Danach wird er ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der MT absolvieren und daneben trainieren, trainieren und trainieren.

Aber wo spielt der Football-Fan eigentlich lieber, im Angriff oder in der Abwehr? „In der Abwehr. Es macht Spaß im Kollektiv zu arbeiten, als Kreisläufer bin ich ziemlich auf mich alleine gestellt.“ Trotzdem: Der 18-Jährige ist – ungewöhnlich für einen A-Jugendspieler – einer, der sowohl in der Abwehr, als auch im Angriff spielen kann. „Er ist eine Maschine“, sagt Georgi Sviridenko, Trainer der MT II. In den nächsten zwei Jahren soll diese den arrivierten Kreisläufern Felix Danner und Marino Maric Druck machen – und dann benötigt Johannes Golla noch einmal etwas Glück.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.