Interview mit Football-Trainer Dietz-Grube über Anfänge, Aufstiege und Anwohner

„Wir wollen in die 1. Liga“

Sie sorgen in Schwalmstadt für Aufregung: Die Footballer der Warriors beim Einlauf auf das Spielfeld. In der nächsten Saison spielt das Team wieder in der Landesliga. Foto: Duscha

Treysa. Seit einer Saison spielen die Footballer der Schwalmstadt Warriors in der Verbandsliga, zwar noch ohne Sieg, aber dafür mit dem höchsten Zuschauerschnitt. Über die Euphorie und Schwierigkeiten der Neugründung sprachen wir mit Cheftrainer (Head Coach) Markus Dietz-Grube.

Herr Dietz-Grube, wie zufrieden sind Sie mit den Leistungen in der Premierensaison?

Marcus Dietz-Grube: Wir sind zufrieden. Unsere Mannschaft bestand nur aus Anfängern. Da waren die Ergebnisse zweitrangig.

Zu Ihren Spielen kamen bis zu 750 Zuschauer. Haben Sie mit solch einer Resonanz gerechnet?

Dietz-Grube: Nein. Wir sind positiv überrascht. Im ersten Training waren wir nur acht Leute, heute haben wir 100 Mitglieder im Verein.

Wie haben Sie das erreicht?

Dietz-Grube: Wir sind in den Sozialen Medien aktiv und machen dort mehr als andere.

Mittlerweile bieten sie auch Trainingseinheiten für die Jugend an.

Dietz-Grube: Genau. Ein wichtiger Ansatz, um langfristig Football in der Schwalm zu etablieren, ist für uns die Förderung der Kinder und Jugendlichen. Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Jugend mehr draußen bewegt und das Footballspielen nicht nur auf der Playstation lernt.

Football gilt als kostenintensiv. Wie teuer ist der Sport eigentlich?

Dietz-Grube: Die Ausrüstung müssen sich die Spieler selbst finanzieren: Sie kostet bis zu 1500 Euro. Ein Helm kostet alleine schon 200 Euro.

Noch befinden sich die Warriors in der untersten Liga. Haben Sie einen Traum, wie weit es für ihr Team in Zukunft nach oben gehen könnte?

Dietz-Grube: Wir wollen in die erste Liga. Wir wissen aber, dass es noch mindestens zehn Jahre dauern wird, bis wir so weit sind. Wir werden den Aufstieg in eine höhere Liga nicht überstürzen.

Warum sollte ein Schwalmstädter ein Spiel der Warriors besuchen?

Dietz-Grube: Beim Football herrscht eine besondere Atmosphäre. Hier ist jeder mit vollem Herzen dabei. Zum Beispiel wird zu jedem Spiel eine Hüpfburg aufgebaut, um für ein familiäres Flair rund um das Spielfeld zu sorgen. So etwas kenne ich von anderen Sportarten nicht.

Gab es auch schon mal Ärger?

Dietz-Grube: Einmal. Da kam das Ordnungsamt bei einem Spiel vorbei.

Warum?

Dietz-Grube: Unser Stadionsprecher war einfach zu laut. Da haben sich wohl einige Anwohner gestört gefühlt. (lacht)

Können die Zuschauerzahlen auch mit dem Football-Boom in Deutschland zusammenhängen?

Dietz-Grube: Natürlich profitieren wir vom Hype, der durch die Übertragungen auf Pro7 entfacht wurde.

Wo führt das noch hin?

Dietz-Grube: Unser Ziel ist es 1500 Zuschauer, also doppelt so viele wie bisher, zu den Spielen anzulocken. Da bleibt dann nur zu hoffen, dass es nicht regnet. Denn unsere Tribüne ist nicht überdacht. (lacht)

Ihr nächstes Spiel steht schon vor der Tür: Sie empfangen im Family Gameday die Rhein-Main Rockets Offenbach am 11.September im Schwalmstadion. Was erhoffen Sie sich?

Dietz-Grube: Die Spieler sollen auf unterschiedlichen Positionen Erfahrung sammeln.

Wie sehen die Planungen für die neue Saison aus?

Dietz-Grube: Im Moment steht noch kein Startzeitpunkt fest, da noch niemand weiß, wie viele Teams melden werden. Der Verband möchte eine reine hessische Liga aufbauen, was positiv für uns wäre.

Inwiefern?

Dietz-Grube: Wir könnten die immensen Fahrtkosten reduzieren. Wir mussten, obwohl wir in der letzten Liga spielen, bis nach Saarbrücken fahren. Das sind mal eben 305 Kilometer. Unser Ziel wird ein Mittelfeldplatz in der Tabelle sein.

Dafür müssen Sie aber zum ersten Mal gewinnen. Was wird beim ersten Erfolg der Warriors passieren?

Dietz-Grube: Das Alkoholverbot wird nach Spielschluss aufgehoben und die Spieler können sich endlich mal ein Bier gönnen.

Von Fabian Seck

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