Unser Spiel: Die erste Tischtennismannschaft der FSK Lohfelden gewinnt das Duell gegen die Zweite 9:6

Beim Chinesen zahlt jeder selbst

Erste und Zweite bunt gemischt: Die Tischtennisspieler der FSK Lohfelden vor ihrem Derby mit (hintere Reihe von links) Hans-Ulrich Scholz, Carsten Schenk, Matthias Roth, Peter Schader und Marvin Wenderoth sowie vorn von links Matthias Pletsch, Axel Eiling, Christoph Graf, Andreas Stein, Hendrik Bühnemann, Jörn Meier und Klaus Walda. Foto: Schachtschneider

Lohfelden. „Zahlt die Erste eigentlich nachher?“, will Hans-Ulrich Scholz wissen. Noch 30 Minuten bis zum vereinsinternen Match zwischen der 1. und 2. Tischtennismannschaft der FSK Lohfelden.

Bei aller Rivalität, die während des knapp vierstündigen Spiels an den Tischen herrschen wird: Bereits im Vorfeld haben sich die zwölf Aktiven darauf geeinigt, hinterher gemeinsam zum Chinesen zu gehen. „Und ein paar Sticheleien im Vorfeld, die müssen einfach sein“, lacht Scholz, Nummer drei der 2. Mannschaft. Da ahnt er noch nicht, dass er selbst keinen guten Tag erwischen und sein Team 6:9 verlieren wird. Im Rahmen der HNA-Serie „Unser Spiel“ haben wir das Duell beider Teams begleitet.

DIE BEGRÜSSUNG

Um 16.01 Uhr geht’s los: Christoph Graf, Mannschaftsführer der 1. Mannschaft, begrüßt zum ersten Punktspiel der neuen Saison. „Die Erste, das sind wir“, stellt er sich und seine Mannschaftskameraden vor. „Noch“, ruft Scholz aus der Zweiten und lacht. Günter Wedekind, der Abteilungsleiter, macht ein Gruppenbild. Vereinsinterne Duelle gibt es eben nicht häufig. Und schon gar keine, deren Ausgang offen ist. Die Zweite frotzelt, weil sie in den vergangenen Wochen öfter im Training war. „Ich bin wirklich gespannt, wer gewinnt“, sagt Wedekind. Er ist stolz darauf, dass in Lohfelden 13, 14 Herren spielen, bei denen am Ende auch jeder jeden schlagen kann.

DIE DOPPEL

16.18 Uhr: Der erste Punkt geht an die Zweite. Carsten Schenk und Matthias Roth gewinnen gegen Peter Schader und Christoph Graf. Nach den Doppeln steht es 2:1 für die Außenseiter. Schenk sorgt mit seinem Einzelsieg für die 3:1-Führung der Zweiten.

DAS SCHLÜSSELSPIEL

Netzhöhe gemessen: Marvin Wenderoth. Foto:  Schachtschneider

Dann geht Marvin Wenderoth, Nummer zwei der 1. Mannschaft, an den Tisch. Der 18-Jährige ist heute der Youngster. Jörn Meier ist mit 72 Jahren der Älteste. Azubi Wenderoth musste bis 16 Uhr arbeiten, ist dann mit dem Rad von Bergshausen nach Lohfelden in die Halle gefahren. „Das war mein Aufwärmprogramm“, sagt das Eigengewächs. Als er im Entscheidungssatz mit 4:8 gegen Matthias Pletsch hinten liegt, zittert Teamkamerad Graf. „Wenn die Zweite mit 4:1 in Führung geht, wird’s eng.“ Doch er behält die Nerven, siegt 11:8. Später wird klar: Das war das Schlüsselspiel.

DIE ZUSCHAUER

Cora Günther hat ihm von der Bank aus die Daumen gedrückt. Die 16-Jährige ist eine Freundin von Wenderoth und hat großen Respekt vor den Tischtennisspielern. „Ich klettere, turne, bin sportlich, aber Tischtennis ist echt kompliziert. Sehr taktisch.“ Viele Zuschauer haben den Weg trotzdem nicht in die Halle gefunden: Ein verletzter Spieler ist noch da, einer aus der dritten Mannschaft, der frühere Vorsitzende. Sie sehen, wie die Erste sich berappelt, vier Spiele in Folge gewinnt. Um 19.52 Uhr ist der 9:6-Sieg unter Dach und Fach.

DAS NACHSPIEL

„Wir haben gekämpft, es hat Spaß gemacht, aber die Erste hat verdient gewonnen“, resümiert Scholz. Beim Chinesen folgt der verbale Schlagabtausch. Schnell geht es aber um andere Themen: Fußball. Am Ende bekommt Scholz zwei Fingernägel lackiert. Eine Frauengruppe feiert Junggesellenabschied. Die Rivalität ist vergessen. Das vereinsinterne Derby Geschichte. Jeder zahlt selbst. Auch wenn die Idee vor dem Spiel eine andere war.

Von Carina Wagener

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