Interview: Eschenstruther Lothar Zinke spielt seit vielen Jahren das Neujahrsturnier

„Stehvermögen ist wichtig“

Dauerbrenner: Lothar Zinke (TSG Eschenstruth). Foto: privat

Elgershausen. Wenn ein Spieler an der Erfolgsgeschichte des Tischtennis-Neujahrsturniers des TTC Elgershausen um den HUK-Cup in der Schauenburg-Halle in Hoof mitgeschrieben hat, dann ist es Lothar Zinke. Der 55-Jährige von der TSG Eschenstruth nimmt seit mehr als einem halben Jahrhundert an dieser Traditionsveranstaltung teil.

Auch bei der heute beginnenden 54. Auflage (siehe Hintergrund) wird er antreten. Im Interview mit dieser Zeitung erklärt er, weshalb er so gern der Einladung folgt. Für ihn gehören die Einsätze nach Mitternacht absolut dazu.

Herr Zinke, wann gehen Sie für gewöhnlich zu Bett?

Lothar Zinke: Das sind ja Detailfragen. Also normalerweise so gegen Mitternacht.

Beim Neujahrsturnier in Schauenburg geht es auch schon mal ein bisschen länger.

Zinke: Richtig, aber darauf bin ich vorbereitet. Aus der Vergangenheit weiß ich ja, dass es schon mal 5, 6 Uhr werden kann. Einmal habe ich um 5.52 Uhr den letzten Schlag gemacht.

Und das macht den Reiz dieser Veranstaltung aus?

Zinke: Die Spielzeit ist auf jeden Fall ein Punkt. Da ist man solange auf den Beinen wie bei keinem anderen Turnier. Es werden andere Anforderungen an die Starter gestellt. Man muss sich wirklich gut konzentrieren können und benötigt ein besonders großes Stehvermögen.

Und darüber hinaus?

Zinke: Es besteht die Möglichkeit zu einem guten Austausch, weil man viele alte Bekannte trifft und immer eine familiäre Atmosphäre herrscht. Zudem ist es natürlich eine willkommene Gelegenheit, sich für die Rückrunde einzuspielen. Wer in Schauenburg mitspielt, der ist top-motiviert.

Können Sie Ihre Teilnahmen überhaupt noch zählen?

Zinke: Ich denke, dass es die 25. oder 26. ist. Mit Anfang 20 war ich das erste Mal am Start, und einige Turniere konnte ich krankheits- und urlaubsbedingt nicht spielen.

Inwieweit kommt irgendwann eine gewisse Routine rein?

Zinke: Es ist ein Zweierturnier. Das ist schon mal ein großer Unterschied zu anderen Ereignissen dieser Art. Das heißt, dass ein Spieler allein nicht gewinnen kann. Es geht um Mannschaftsgeist.

Und die lange Wettkampfzeit?

Zinke: Also ich nehme deswegen nicht vorher einen Urlaubstag. Ich arbeite ganz normal. Die Belastung ist letztlich so, als hätte man zwei Punktspiele an einem Abend.

Sie waren mit immer anderen Partnern am Start – und doch wieder siegreich.

Zinke: Das war keine Einzelleistung. Ich hatte immer super Leute an meiner Seite. Da die Spieler eines Teams immer aus einem Verein kommen müssen, kennt man sich ja gut. Außerdem harmoniert man im Verlauf des Abends immer besser.

Mit welchen Hoffnungen gehen Sie jetzt an den Start?

Zinke: Durch die gesundheitlichen Einschränkungen habe ich in den letzten Serien nicht meine normalen Spielleistungen erreichen können. So ist mein für die Einstufung relevanter QTTR-Wert gesunken. Deshalb starte ich nicht in der C1-, sondern in der D-Klasse. Dabei rechne ich mir zusammen mit meinem diesjährigen Partner Marc Feye einiges aus.

Wer so oft beim Neujahrsturnier dabei war wie Sie, hat der auch Verbesserungswünsche für diesen Wettbewerb?

Zinke: Nein. Ich ziehe den Hut vor dem Organisator. Der TTC Elgershausen ist ein ähnlich kleiner Verein wie unserer in Eschenstruth, und so weiß ich, was der Gastgeber leisten muss. Vom Turnierablauf ist wirklich alles super.

Von Björn Mahr


Die Startzeiten beim Neujahrsturnier in Schaunburg-Hoof

Freitag: 19 Uhr : D1-Klasse (bis QTTR-Wert 1600); 19.30 Uhr: C1-Klasse (bis QTTR 1800) Samstag: 10.30 Uhr: A-Schüler (bis QTTR 2700); 11 Uhr: C2-Klasse (bis QTTR 1700); 12 Uhr: D2-Klasse (bis QTTR 1400); 14 Uhr: B-Klasse (bis QTTR 2000) Sonntag: 10 Uhr: B-C-Schüler weiblich/männlich (bis QTTR 2700); 11 Uhr: Jugend weiblich/Männlich (bis QTTR 2700).

QTTR steht für Quartals-Tischtennis-Rating-Wert und gibt Auskunft über die Leistungsstärke des Spielers.

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