3:2 gegen Waldgirmes: Drittliga-Volleyballerinnen des TV Jahn trumpfen weiter auf

Unheimlich erfolgreich

Florian Margraf

Kassel. Das Drittliga-Heimspiel der Volleyballerinnen des TV Jahn Kassel gegen Waldgirmes stand unter dem Motto „Halloween – nichts für schwache Nerven“. Und als ob der Aufsteiger es geahnt hätte, dieses Spiel war wirklich nichts für zartbesaitete Gemüter. Vor allem aber wird das Team von Trainer Florian Margraf immer unheimlicher. Der 3:2 (27:25, 27:25, 22:25, 23:25, 15:10)-Erfolg im hessischen Duell war nicht nur der vierte Sieg in Serie, er sorgte auch dafür, dass der TV Jahn als Dritter weiter in der Spitzengruppe hinter Sinsheim und Wiesbaden verbleibt. Doch was macht diese Mannschaft eigentlich so stark? Fünf Erkenntnisse:

1.Unheimlich, diese Aufholjagden: „Eigentlich wollen wir diese großen Rückstände nicht. Aber wir können uns momentan nicht dagegen wehren“, sagt Außenangreiferin Alexandra Schwindt. Im ersten Satz lagen die Gastgeberinnen bereits 13:17 und 16:21 zurück und gewannen am Ende noch 27:25. Das gleiche Bild bot sich den 100 Zuschauern im zweiten Durchgang. 8:15 zurück, bei 16:16 ausgeglichen und dann erneut 27:25 gewonnen. Zu diesem Zeitpunkt deutete alles auf einen 3:0-Erfolg hin.

2.Unheimlich, diese Nervenstärke: Im ersten Satz stand es 23:24, im zweiten Satz 23:24 und 24:25 – und trotzdem stemmte sich der TV Jahn erfolgreich gegen den Satzverlust. Auch der fünfte und entscheidende Durchgang wurde nach einer 7:2-Führung des TV Jahn beim 8:7 noch einmal spannend, doch erneut bewiesen die Kasseler Volleyballerinnen starke Nerven und zogen vorentscheidend auf 12:7 davon.

3.Unheimlich, diese Wechselspiele: Dass der Kader des TV Jahn sehr ausgeglichenen besetzt ist, zeigen die personellen Veränderungen während der Sätze. Meist sind es Doppelwechsel, die Trainer Florian Margraf einsetzt, um dem Spiel noch mal eine andere Richtung zu geben. Ende des erstes Satzes kam Jessica Jahn, im zweiten Durchgang Anna-Lena Stark, und im fünften Satz sorgte dann Kim Leimbach für wichtige Punkte auf dem Weg zum Sieg.

4.Unheimlich, diese Lockerheit: Die Leichtigkeit und Euphorie eines Aufsteigers ist dem TV Jahn in vielen Situationen anzusehen. Die Sätze drei und vier gingen die Kasselerinnen allerdings ein bisschen zu locker an. Nach dem 22:25 war ein 3:1-Erfolg trotzdem noch in mehr als greifbarer Nähe. Denn im vierten Durchgang führte das Margraf-Team mit 9:5, 12:7, 16:10, 19:12 und 22:19 – um beim 23:23 den Ausgleich zu kassieren und 23:25 zu verlieren.

5.Unheimlich, diese Bodenständigkeit: Ein bisschen träumen ist nun erlaubt, aber sie träumen nicht. „Wir haben jetzt 14 Punkte und brauchen 20 bis 25 für den Klassenerhalt. Du genießt den Augenblick, hebst aber nicht ab“, sagt Margraf. Und Schwindt fügt an: „Irgendwie hat es den Anschein, dass etliche Gegnerinnen sich gegen uns mehr Fehler leisten, als gegen andere.“ Ob der TV Jahn seinen Gegnern im November weiter das Fürchten lehrt, wird sich zeigen. Dann nämlich warten die Topteams aus Sinsheim (5.11.) und Wiesbaden (27.11.).

Von Torsten Kohlhaase

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