Mit den Hellblauen auf dem Great Ouse

Cambridge/ely. Mündens Rudertrainer Thomas Kossert absolvierte im Rahmen seiner Trainerausbildung ein Praktikum beim „Cambridge University Women’s Boat Club“ und durfte dort Chefcoach Rob Baker eine Woche lang beim Training mit den Achtern über die Schulter schauen.

Eine Woche voller Eindrücke, von denen Kossert berichtet: „4:30 Uhr - mein Wecker klingelt. Ich habe kaum mein Ölzeug zusammengepackt, da sammelt mich auch schon der Mannschaftsbus ein. Eine halbe Stunde lang fahren wir - der Fahrer, Cheftrainer Rob Baker und ich - durch das verschlafene East Anglia bis zum Bahnhof nach Ely. Dort nehmen wir die Sportlerinnen auf, die aus Cambridge mit dem Zug kommen, um dann die letzten Kilometer zum nagelneuen Bootshaus zurückzulegen.“

Etwa 1000 Studenten lernen im ruderverrückten Cambridge jedes Jahr das Rudern. Dementsprechend voll ist es jeden Morgen auf dem River Cam, mit der Folge, dass die besten Ruder-Sportler, die es in den berühmten Cambridge-Achter geschafft haben, zum Training auf den Great Ouse nach Ely ausweichen.

Kossert berichtet weiter: „Am Bootshaus beginnen die jungen Damen mit den Vorbereitungen für die Trainingseinheit. Da es nach wie vor stockdunkel ist, muss jeder Handgriff auch blind sitzen. Bald aber tanzen viele kleine Lichter auf dem Fluss. Die Einheit beginnt. Im Katamaran begleiten Baker und ich einen Achter. Immer wieder verbessert der Trainer mit technischen Tips und Anweisungen die Ruderinnen.“

Baker ist seit 2013 Trainer in Cambridge. Zuvor trainierte er die irische U23-Nationalmannschaft. Kein Wunder, dass, so Kossert, „die Sportlerinnen aus aller Welt kommen und damit die unterschiedlichsten Ruderstile mitbringen. Unter ihnen sind Weltmeisterinnen und eine Olympiateilnehmerin ebenso wie Neulinge, die erst vor wenigen Semestern an einem der vielen Colleges das Rudern erlernt haben. Sie alle haben nur das eine Ziel: am 2. April 2017 den Erzrivalen Oxford schlagen!“ Das würde auch Zeit, denn die Dunkelblauen von der Themse haben gegen die Hellblauen vom River Cam die letzten vier Rennen gewonnen. Und für dieses Ziel müsse das Private zurückstehen: „Nach dem Morgen-Training müssen die Ruderinnen ab 9 Uhr zurück in der Uni sein. Und dann am Nachmittag schon wieder zurück zur nächsten Trainingseinheit.“

Für Kossert, den Fan der Hellblauen, ging mit diesem Praktikum ein Kindheitstraum in Erfüllung. „Es war eine unglaublich spannende und lehrreiche Woche“, sagt der 36-Jährige, der zur Zeit beim Deutschen Ruderverband seine Trainer-A-Lizenz macht. (ztk)

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