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Strahlen auf dem Siegerpodest

Dressurreiterin Carmen Schrader und Tochter Jennifer beherrschen Titelkämpfe

Strahlen auf dem Siegerpodest

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Gertenbach. Mit Titelehren konnte sich Carmen Schrader vom LRFV Witzenhausen in ihrer sportlichen Karriere schon oft schmücken, doch bei den Kreismeisterschaften der Dressurreiter zuletzt in Hessisch Lichtenau war alles ein bisschen anders. Dort musste sie als Siegerin der Leistungsklasse 3/4 mit „Beau Coeur“ ihr ganzes Können im Dressur-Viereck unter Beweis stellen, um ausgerechnet die eigene Tochter Jennifer auf Distanz zu halten. Gemeinsam strahlten dann aber Mutter und Tochter bei der Siegerehrung auf dem Treppchen um die Wette, denn Jennifer Schrader schaffte Platz drei mit nur 2,5 Punkten Abstand zu Silber.

Der Erfolgsweg der frischgebackenen Kreismeisterin ist untrennbar mit dem Namen „Winnipeg“ verbunden. Das ist der Name der Stute von Carmen Schrader, die ihr Leben mittlerweile über dreißig Jahre lang begleitet. Mit 13 Jahren lernte die Witzenhäuserin auf der Mutter von „Winnipeg“ das Reiten und war gleich so eng mit ihrem Vierbeiner verbunden, dass sie sogar eine Lehrstelle in Kanada sausen ließ. Die Verbindung zwischen Pferdename und kanadischer Metropole ist allerdings Zufall, die Stute hatte ihren Namen schon, als es das Angebot aus Kanada gab.

„Winnipeg“ wurde von der Erfolgsreiterin ausgebildet und Reiterin und Pferd harmonierten bei vielen Prüfungen prächtig. Davon zeugen viele Siege in verschiedenen Klassen sowie etliche Platzierungen bis hoch zur Kategorie M.

Auch der Gewinn der ersten Kreismeisterschaft vor 18 Jahren gelang mit „Winni“, wie Carmen Schrader ihr Pferd liebevoll nennt. Und „Winni“ war es auch, die die gelernte Erzieherin mit Schwerpunkt Heilpädagogik zu weiteren sportlichen Aktivitäten anspornte. Carmen Schrader ist auch Amateur-Reitlehrerin mit Trainer-A-Schein. Für die Reitschule bildete sie ihren Turnierstar zum Therapie-Pferd aus. Seit zehn Jahren bietet sie beim Reitverein Witzenhausen auf der Anlage in Gertenbach therapeutisches Reiten an. Dort werden 35 Therapie-Kinder, zumeist mit Wahrnehmungsstörungen, mit Hilfe von fünf geschulten Pferden betreut.

Jennifer Schrader hat die Leidenschaft ihrer Mutter zum Pferdesport übernommen Schon ganz früh saß die heute 17-Jährige im Sattel und kann mittlerweile selbst schon auf Erfolge in der Dressur bis hinauf zur Klasse M verweisen. Auch der 13 Jahre alte Sohn Kai Schrader begeisterte sich vor zwei Jahren für den Pferdesport und mischt inzwischen im Turniergeschehen mit.

Kumpel Mr. Bo

Familienpferd „Mr. Bo“ ist das zweite Pferd im Stall der Schraders und wurde ebenfalls von Carmen Schrader ausgebildet. Er trug zunächst sie selber, später Tochter Jennifer und nun Sohn Kai zu den Erfolgen. „Ein echter Kumpel“ wie die Schraders über „Mr Bo“ als Turnierperd und auch als Lehr- und Therapie-Pferd sagen.

Auf den Gewinn der Kreismeisterschaft vor einer Woche in der Lossestadt blickt die 42 Jahre alte Titelträgerin nicht ohne Stolz zurück, denn auch dem sich im Besitz einer Freundin befindenen Meisterpferd „Beau Coeur“, brachte sie die Dressur-Lektionen erfolgreich bei.

Trotz der vielen Erfolge ist Carmen Schrader bescheiden geblieben und war natürlich auch über den dritten Platz von Tochter Jennifer bei den zurückliegenden Titelkämpfen mächtig stolz wie ihre glänzenden Augen beim Erzählen verraten. Dass solche (Doppel-) Siege bei den Schraders auch gefeiert werden ist natürlich klar. Und immer dabei ist als treuer Begleiter dann auch „Winnipeg“. Mittlerweile hat Carmen Schrader nach einer weiteren Ausbildung die staatliche Anerkennung zur heilpädagogischen Förderung mit dem Pferd. Und das nächste Ziel ist auch schon definiert: Ein eigenes Therapiezentrum soll in fünf Jahren in Hermannrode entstehen.

Abschalten nach dem strapaziösen Pragramm von Arbeit und Turnier-Auftritten kann Carmen Schrader am besten vor dem Fernseher. Peter Falk als „Columbo“ hat es ihr dabei besonders angetan. Vorher aber steht neben dem täglichen Training der zehn Beritt- und Verkaufspferde auch die Förderung des Reiter-Nachwuchses an. Mit zum Team gehört die stets gut gelaunte Christel Schoon, von Beruf Physiotherapeutin und zuständig für die Springpferde-Ausbildung sowie für die großen und kleinen Nöte bei Reitern und Pferden.

Von Sylvia Kleps-Specht

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