Bob: Jan Speer sagt Tschüß

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Da schreit einer seiner Freude heraus: Jan Speer jubelt hinter Pilot Maximilian Arndt über den Weltcupsieg in St.

Wirmighausen. Das Interview läuft auf das Ende zu, als Jan-Martin Speer auf diese Sache zu sprechen kommt, die eine frühe Vollbremsung seiner Fahrt ins neue Leben ausgelöst hätte. Ob er das mit der Schweiz schon erzählt habe, fragt er. Das ist rhetorisch gemeint, Speer weiß Pointen zu setzen.

Nichts hat er bis dahin über den Anruf des Schweizer Bobpiloten verlauten lassen und das Angebot, einen Schlitten der Eidgenossenschaft anzuschieben.

Ein, zwei Wochen hat er danach überlegt, vom Rücktritt zurückzutreten. Neben dem Reiz des sportlichen Neustarts trat die Aussicht, gutes Geld zu verdienen. „Eine ganz andere Hausnummer“, sagt er, ohne Beträge oder den Namen des Piloten zu nennen. Warum auch. Der Wechsel in die Schweiz ist eine bloße Möglichkeit geblieben. Speer hat am Entschluss festgehalten, für immer aus dem Sportgerät auszusteigen, das ihm den Weg in die Welt bahnte.

Als Speer, 29, zu Hause in Diemelsee-Wirmighausen die Schweiz-Episode erzählt, wirkt er gutgelaunt, ja spitzbübisch. Der Gedanke, dass er, so ganz theoretisch, auch noch jetzt, wo die neue Weltcup-Saison in den Startblöcken steht, zurückrufen könnte und dann vielleicht in einem Monat auf dem Schweizer Schlitten sitzen würde, weil er noch immer im Saft steht, dieser Gedanke stimmt ihn heiter.

Speer war es wichtig, den Zeitpunkt seines Ausstiegs selbst zu bestimmen. „Ich würde körperlich noch Leistungssport schaffen, aber ich wollte nicht irgendwann an eine Leistungsgrenze kommen und genau wissen, es geht nur noch nach unten.“ Er ist mit sich im Reinen: „Ich kann erhobenen Hauptes sagen, ich habe einen guten Absprung geschafft und viel erreicht.“ Die Zweifel, die ihn anfangs bewegten, sind weg. „Das lachende Auge überwiegt jetzt das Hinterhertrauern.“ Seinen Entschluss beförderte ein Anruf vom BC Solitude Stuttgart, dem Verein seines letzten Piloten Johannes Lochner. Ein Clubvertreter teilte ihm mit, Lochner plane nicht mehr mit ihm. Dass der Pilot nicht selber anrief, ist schlechter Stil. Speer will nicht groß darüber reden, er fuhr mit Lochner nicht ein Rennen. (mn)

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