DÖRNBERG. Der Schock bei den Dörnberger Fußballern sitzt noch immer tief. Die Ereignisse des vergangenen Sonntags gehen Spielern und Verantwortlichen wohl nicht so schnell aus dem Kopf. Auch einige Tage nach der Verbandsliga-Partie des FSV Dörnberg gegen den TSV Grebenhain sorgte der folgenschwere Zusammenstoß zwischen Jan Kleinschmidt und seinem gegnerischen Spieler Petr Kvaca für Gesprächsstoff.

Matthias Thomsen
„Es ist ja noch mal glimpflich ausgegangen“, zeigte sich Dörnbergs Abteilungsleiter Matthias Thomsen erleichtert. „Aber ich mag mir gar nicht ausmalen, was da alles hätte passieren können.“
„Wir müssen darüber nachdenken, was man tun kann, um demnächst für solche Fälle gewappnet zu sein.“
Matthias Thomsen, Fußball-Abteilungsleiter FSV Dörnberg
Dem zufällig auf dem Sportgelände anwesenden Orthopäden Sascha Pflugfelder war es zu verdanken, dass der bewusstlos am Boden liegende Grebenhainer keinen größeren Schaden davon getragen hat. Der Vater des in der zweiten Mannschaft spielenden Rudi Pflugfelders reagierte richtig und beatmete den Verletzten über die Nase.
„Darauf wäre ich nie gekommen“, räumt Thomsen ein. „Wir sind sehr dankbar für die schnelle und professionelle Hilfe“, sagt er und meint damit auch den blitzschnellen Einsatz des ASB-Rettungsdienstes. Nur fünf Minuten nach der Alarmierung war ein Habichtswalder Rettungsassistenten-Team vor Ort, um den verletzten Vogelsberger Torjäger zu versorgen.
Für die FSV-Verantwortlichen waren die Ereignisse Anlass zum Umdenken. In der nächsten Sitzung wird die medizinische Erstversorgung Thema sein. „Wir müssen darüber nachdenken, was man tun kann, um demnächst für solche Fälle gewappnet zu sein“, so Thomsen. „Wir wollen agieren, nicht nur reagieren.“
Aber wie? Eine Überlegung wäre, mehr Vereinsmitglieder als Ersthelfer ausbilden zu lassen. „Ich selbst wäre sofort dabei.“
Alternativ könne man überlegen, ob sich nicht auch Schiedsrichter dazu bereit erklären würden. „Die sind doch ohnehin immer vor Ort.“
Nach Auskunft von Michael Görner, Geschäftsführer des ASB-Regionalverbandes Kassel-Nordhessen, ist solch eine Ausbildung möglich. „Wir bieten für diese Problematik maßgeschneiderte Kurse an.“ Görner weiß, wovon er spricht. Schließlich werde die Diskussion um die Bereitstellung von Sanitätern an allen Sportstätten bereits seit Jahrzehnten geführt. „Das ist aber finanziell gar nicht zu schultern.“
Daher sei der erweiterte Erste Hilfe-Kurs des ASB mit dem Schwerpunkt auf Sportverletzungen eine gute Alternative. „Die Schulung erfolgt mit Focus auf typische Sportlerverletzungen wie Zerrungen oder Frakturen. Selbstverständlich wird dabei auch das Thema Reanimation und Beatmung behandelt.“
„Wir bieten für diese Problematik maßgeschneiderte Kurse an.“
Michael Görner, Geschäftsführer des ASB-Regionalverbandes
Auch Dörnbergs Trainer Andreas Hake zeigt sich angetan. „Ich finde es gut, dass man sich Gedanken um dieses Thema macht. Das Ganze ist aber nur sinnvoll, wenn man an einer konsequenten Umsetzung arbeitet, bevor es wieder aus den Köpfen ist und in Vergessenheit gerät.“
Den Kopf frei haben sollten indes die FSV-Kicker, wenn sie am Sonntag zu Gast in Eschwege sind. Nachlegen lautet das Ziel der Dörnberger. Etwas anderes darf für den FSV nach den Siegen in Sand und daheim gegen Grebenhain am Sonntag, 15 Uhr, nicht zählen.
„Ich denke, wir sind zuletzt für unsere guten Leistungen belohnt worden,“ sagt Hake. Mit einem Dreier in Eschwege kann die Mannschaft sich weiter von den Abstiegsplätzen entfernen.
Hake weiß, wie das gelingen soll: „Wir müssen weiter so diszipliniert und mit der gleichen Aggressivität wie gegen Grebenhain auftreten. Dann haben wir gute Chancen auf ein weiteres Erfolgserlebnis.“
„Ich finde es gut, dass man sich Gedanken um dieses Thema macht.“
Andreas Hake, Trainer FSV Dörnberg
Sorgen bereitet dem Diplomsportlehrer die dünne Spielerdecke. Hake muss auf mindestens fünf Spieler verzichten. Jan Kratz (Meniskusriss), Dennis Gadringer (Wadenverletzung), Victor Maranditsch (Verletzung am rechten Bein), Lars Neuhof (verschleppte Erkältung) und Andreas Metta (privat verhindert) fallen aus. Hinter den Einsätzen von Pascal Kemper und Daniel Arrich (beide Adduktorenprobleme) stehen Fragezeichen. (zhj) Fotos: zhj/zhj/nh



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