Schily zur WM-Affäre: "Wir sind da getäuscht worden"

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Der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily fühlt sich in der WM-Affäre hintergangen. Foto: Kay Nietfeld

Berlin (dpa) - Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) fühlt sich in der Affäre um die Fußball-WM 2006 hintergangen.

"Man muss das deutlich aussprechen, wir sind da getäuscht worden im Präsidialausschuss", sagte Schily in Berlin nach seiner Aussage vor dem Sportausschuss des Bundestags. "Das ist natürlich ein sehr unerfreulicher Vorgang." Von der Sitzung erhofften sich die Mitglieder des Bundestagsausschusses weitere Aufklärung über die Umstände der Vergabe der WM nach Deutschland.

Im Zentrum des Skandals steht eine dubiose Zahlung von 6,7 Millionen Euro. Das Organisationskomitee der WM 2006 hatte dieses Geld auf ein angebliches Konto des Fußball-Weltverbands FIFA überwiesen. Ermittler beim Deutschen Fußball-Bund untersuchen derzeit, wohin die Millionen tatsächlich flossen. Von diesem Vorgang habe er allerdings "keine eigene Kenntnis", sagte Schily.

Der SPD-Politiker war Aufsichtsrat im Organisationskomitee für die Weltmeisterschaft 2006. Das Gremium der Aufseher sei damals lediglich vom für die WM-Finanzen zuständigen Theo Zwanziger über eine notwendige Zahlung von sieben Millionen Euro an die FIFA zur Deckung der gestiegenen Kosten für die später abgesagte WM-Eröffnungsgala informiert worden.

Schily hatte schon im November bestritten, von einem unsauberen Deal zwischen dem damaligen WM-Bewerbungschef Franz Beckenbauer und dem korrupten FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner vor der Vergabe zu wissen. Neben Schily sagte auch der ehemalige Staatssekretär Göttrik Wewer aus. Er war Kultur-Manager der WM 2006.

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