Stark gekämpft und doch verloren

Schnellcheck: Gladbach führt gegen den FC Barcelona, muss sich aber 1:2 geschlagen geben

Jeder will den Ball haben: Der Gladbacher Julian Korb (links) gegen Neymar vom FC Barcelona. Foto:  dpa

Spanische Festtage in der Fußball-Champions-League – auch in Mönchengladbach. Erstmals war der FC Barcelona am Niederrhein zu Gast. Die Borussia kämpfte unermüdlich und ging in Führung. Die 1:2-Niederlage am Ende ist nicht unbedingt verdient. Der Schnellcheck:

Wie war das Spiel zwischen dem fünfmaligen deutschen und dem 24-fachen spanischen Meister?

Sky-Reporter Martin Groß sagte vorab: „Die Gladbacher sind scharf auf den Anpfiff.“ Und sie waren scharf. Das Mittel, mit dem sie das Starensemble aus Barcelona immer wieder ärgerten: Gegenpressing und schnelle Konter. Nach genau so einem hatte das Team des Kasseler Trainers André Schubert Pech, dass der slowenische Schiedsrichter Damir Skomina in der dritten Minute nicht auf Strafstoß für Gladbach entschied. Gerard Piqué hatte den Ball im Strafraum klar mit dem Arm berührt.

Anschließend machte aber auch Barcelona mit. Und ja, Neymar (7.) und Suarez (11., 21.) hatten gute Möglichkeiten. Aber nach 34 Minuten bebte der Borussia-Park: Raffael klaut im Mittelfeld Sergio Busquets den Ball, legt raus auf Mahmoud Dahoud und der spielt mit feinem Füßchen in die Mitte auf Thorgan Hazard – 1:0. Diese Führung hatten sich die Gladbacher verdient. Durch Leidenschaft, Willen und Zweikampfstärke.

In der zweiten Hälfte wurde Barcelona aber stärker, Gladbach kam immer seltener aus der eigenen Hälfte. So sorgte erst der eingewechselte Arda Turan aus spitzem Winkel für den Ausgleich (65.). Nachdem Yann Sommer einen Schuss von Suarez nach vorn abklatschen lässt, stand Piqué richtig und brachte die Spanier in Führung (74.). Davon erholte sich die Borussia nicht mehr.

Geht das Ergebnis so in Ordnung?

Keine Frage, die besseren Chancen hatte Barcelona. Aber Gladbach ackerte unermüdlich und hätte sich einen Punkt verdient. Hinten heraus fehlte aber die Kraft – und natürlich war der Gegner eben nicht irgendwer.

Wie gut war der FC Barcelona ohne seinen Superstar Lionel Messi?

Der kleine Argentinier konnte wegen einer Adduktorenverletzung nicht dabei sein. Sollte bei dem Kader der Spanier eigentlich kein Problem darstellen. War es aber. Der 29-Jährige macht den Unterschied und sorgt für die Aktionen, die man nicht verteidigen kann. Ohne ihn hatte Barca viel Ballbesitz, wirklich viel Torgefahr sprang dabei aber lange nicht heraus.

Wie präsentierte sich der gebürtige Gladbacher Marc-André ter Stegen?

18 Jahre lang spielte ter Stegen für die Borussia – seinem einzigen Verein in Deutschland – bevor er vor zwei Jahren nach Spanien wechselte. Ein Geschenk hatte er für seinen ehemaligen Arbeitgeber aber nicht dabei. Beim 1:0 durch Hazard chancen-, anschließend weitestgehend beschäftigungslos. Vergessen hat er seine Heimat aber nicht. Nach dem Spiel war noch Zeit für ein kurzes Gespräch mit seinem ehemaligen Torwarttrainer Uwe Kamps.

Wie war die Stimmung in Gladbach?

Das war selbst vor dem Fernseher Gänsehaut! Vor fünf Jahren spielte Gladbach am gleichen Ort in der Relegation gegen den VfL Bochum gegen den Abstieg. Mit dem FC Barcelona war nun vielleicht nicht das beste, aber zumindest eines der besten Teams aus Europa zu Gast. Und das feierten die Zuschauer. Vor dem Anpfiff. Während des Spiels. Und auch lange danach. Trotz der Niederlage. Und das völlig zu Recht.


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