Skispringen in Willingen

Schnellcheck: Abbruch und ein hauchdünner deutscher Team-Triumph

Schnellcheck: Abbruch und ein hauchdünner deutscher Team-Triumph
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Schnellcheck: Abbruch und ein hauchdünner deutscher Team-Triumph

Willingen. Zu viel Wind, Abbruch und Ende nach dem ersten Durchgang: Auch wenn der Teamwettbewerb beim Weltcup-Skispringen am Samstag  in Willingen nur eine Habzeit erlebte, durften die deutschen Fans am Ende jubeln.

Die DSV-Adler setzten sich mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,6 Punkten vor Norwegen durch. Dritter wurde Österreich vor den überraschend schwachen Slowenen. Der Schnellcheck:

Wie war das große Duell zwischen Deutschland und Slowenien?

Also es gab ein großes Duell – aber ohne Slowenien. Das stand bereits früzeitig fest. Robert Kranjec stürzte bei 111 Metern ab, und auch der Weltcup-Führende Peter Prevc, der am Freitag alle Sprünge in Willingen ausgelassen hatte, brachte es ebenfalls nur auf 124 Meter.

Für das Spektakel sorgten andere. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen duellierte sich die deutsche Mannschaft mit den Norwegern und gewann am Ende hauchdünn mit 0,6 Punkten Vorsprung. Überragend: Severin Freund, der als letzter der vier DSV-Adler mit 149 Metern die höchste Weite des ersten Durchgangs erzielte – nur drei Meter unter dem Schanzenrekord. Während sich auch Richard Freitag mit 141 Metern stark in Form zeigte, hatten Andreas Wank (127,5) und Andreas Wellinger (131,5) noch Luft nach oben. Leider konnten sie ihr Können im zweiten Durchgang nicht mehr zeigen.

Gab es eine Überraschung beim Teamwettbewerb?

Dass bereits nach einem Durchgang für die Plätze eins und zwei auch nur noch zwei Nationen infrage kommen würden, überraschte schon. Deutschland und Norwegen hatten bereits mehr als 30 Punkte Vorsprung vor Österreich. Von den Slowenen ganz zu schweigen, die mehr als 50 Zähler zurücklagen.

Wer waren die Verlierer des Abends?

Eigentlich gab es unter den Springern, die vor so einer tollen Kulisse springen durften, nur Gewinner. Aber ein bisschen leid taten einem irgendwie die Russen. Neun Mannschaften nahmen am Teamwettbewerb teil, acht davon erreichten den zweiten Durchgang. Und Russland wurde Neunter.

Wie waren die Bedingungen an der Mühlenkopfschanze?

Nicht einfach. Die Skispringer hatten vor allem zu Beginn viel Aufwind, teilweise mehr als vier Meter pro Sekunde. Allein in der ersten Gruppe von neun Springern verkürzte die Jury den Anlauf von Luke 20 bis hinunter zu Luke 14. Teilweise peitschte der Wind von der Seite auf die Schanze, die im oberen Bereich immer wieder in dichten Nebel gehüllt war.

Was hat Stephan Leyhe gemacht?

!Zumindest nichts auf, an oder in der Nähe der Mühlenkopfschanze. Der Lokalmatador gönnte sich einen Tag Auszeit und blieb im Hotel. „Es ist mal ganz gut, ein bisschen abzuschalten. An der Schanze kenne ich ja wirklich jeden“, sagte der 24-Jährige vom SC Willingen. Am Sonntag ist er dann allerdings wieder hautnah dabei – im Einzelspringen seines Heim-Weltcups.

Gab es einen besonderen Moment?

Mehrere. Der Sprung von Severin Freund sorgte schon für Gänsehaut. Und: Weil es keinen zweiten Durchgang gab, mussten Sportler und Trainer mit der Standseilbahn zurück zur Siegerehrung. Deutschlands Bundestrainer Werner Schuster dauerte das allerdings zu lange, er nahm den direkten Weg vom Trainerturm die Treppen hinunter zum Auslauf. Was er allerdings nicht einkalkuliert hatte, dass er sich noch Zeit für das eine oder andere Foto mit Fans nehmen musste.

Wie war die Stimmung an der Mühlenkofschanze?

Richtig gut. Bereits im Probedurchgang vor dem eigentlichen Teamspringen feierten die Fans die deutschen Springer und ließen sie weit nach unten fliegen. Nach 7520 Zuschauern am Freitag waren es dann am Samstag 16 076 Besucher, die dann allerdings nur einen Durchgang erlebten. Immerhin mit einem deutschen Sieg, für den das DSV-Quartett 28 000 Euro kassierte.

Wer ist jetzt eigentlich Favorit für das Einzelspringen am Sonntag?

Ganz klar: Severin Freund. Mit seinen 149 Metern hat er ganz souverän den ersten Durchgang bestimmt. Außerdem ist Willingen ein gutes Pflaster für den 27-Jährigen, denn zweimal triumphierte er schon am Mühlenkopf – 2011 und 2015.

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