Schnellcheck Deutschland gegen San Marino: Ein Torfestival im Dauerregen

Dick eingepackt: Bundestrainer Joachim Löw. Foto:  dpa

Kassel. Die DFB-Elf gewinnt gegen San Marino 8:0. Hier ist unser Schnellcheck:

Wie zu erwarten, hat die deutsche Nationalmannschaft auch ihr viertes Gruppenspiel in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Russland gewonnen. Gegen den Fußballzwerg San Marino feierte die DFB-Elf ein 8:0 (3:0)-Torfestival. Wie heißt es so schön: standesgemäß. Hier ist unser Schnellcheck:

War das Spiel die angekündigte Torejagd?

Auf jeden Fall legte der Weltmeister so los, als wollte er den Rekordsieg gegen San Marino von 2006 übertrumpfen - damals gab es ein 13:0. Keine zehn Minuten waren im Stadion Olimpico gespielt, da führte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw bereits 2:0. Ilkay Gündogan chippte den Ball in den Strafraum, Ersatzkapitän Sami Khedira vollendete (7.). Zwei Minuten später nutzte Debütant Serge Gnabry einen Schnitzer des San Marinesen Davide Simoncini und ließ dessen Zwillingsbruder Aldo im Tor keine Chance.

Danach passierte das, was in solchen Begegnungen leider häufiger vorkommt: Der krasse Außenseiter verteidigte mit allem, was er hatte. Gefährlich wurde es dann, wenn die deutsche Elf schnell zu Werke ging - das gelang nicht immer. So wurde die Partie im Dauerregen phasenweise zu einer zähen Nummer. Das 3:0 von Jonas Hector nach toller Vorarbeit von Gündogan und Mario Götze war dann mal ein kleiner Wachmacher (32.).

Deutsche Jubeltraube: Die Spieler Mario Gomez (von links), Mats Hummels, Jonas Hector und Kapitöän Sami Khedira feiern einen der zahlreichen Treffer gegen San Marino. Foto:  dpa

Im zweiten Durchgang dasselbe Bild wie zuvor. Zuschauer, Balljungen, Trainer, ja selbst die Spieler waren angesichts des Novemberwetters nicht zu beneiden. Gnabry mit dem 4:0 und 6:0 (58., 76.) sowie Hector mit dem 5:0 (65.) sorgten für die Höhepunkte des Daueranrennens. Die Kräfte beim Außenseiter ließen zusehends nach. Mattia Stefanelli mit einem Eigentor (82.) und der eingewechselte Kevin Volland (86.) setzten die Schlusspunkte.

Wie schlugen sich die deutschen Debütanten?

Leverkusens Benjamin Henrichs auf rechts und Bremens Gnabry auf links standen in der Startelf und machten richtig Dampf. Beide nutzten ihre Chance, und vor allem Gnabry deutete an, dass er in Zukunft das deutsche Spiel bereichern kann. Tolle Technik, frech, - und dann auch noch drei Tore beim Debüt (siehe Einzelkritik).

Und wie schlug sich Torhüter Marc-André ter Stegen?

Nun ja, die größte Herausforderung des Keepers bestand darin, sich bei fiesem Wind und Nässe irgendwie warm zu halten. Seinen ersten Ballkontakt aus dem Spiel heraus hatte ter Stegen in der 33. Minute - ein Rückpass von Mats Hummels. Wir haben notiert: kein Patzer, Ball souverän weitergeleitet zu Hector.

Gab es einen heimlichen Gewinner des Abends?

Jonas Hector geht gut und gern als Gewinner durch. Ein Doppelpack am 11.11. und das als Kölner - dreimal Alaaf!

Wie sieht es mit Erkenntnissen für Löw aus?

Schwierig. Knallharte Analysen können nach dieser Partie nicht gemacht werden. Auf jeden Fall gewann der 56-Jährige sein 95. Spiel als Bundestrainer und hat damit Sepp Herberger überholt. Glückwunsch, Herr Löw!

Wie war die Live-Übertragung bei RTL?

!Bei so viel Langeweile hatte Kommentator Marco Hagemann genügend Zeit, andere Themen anzuschneiden. Den Raum nutzte er. Das war bei solch einem Spiel okay. Es war interessant zu erfahren, dass der eine San Marinese als Lagerarbeiter und der andere als Steuerfachangestellter sein Geld verdient.

Was bleibt also von diesem 8:0 in San Marino?

Die Teufelskrake Aldo Simoncini. Ein bisschen Schadenfreude, als Florian König und Jens Lehmann im böigen Wind ausharren mussten. Der Dreierpack von Gnabry.

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