Schweden siegt, aber Ibrahimovic denkt an Paris

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Die Anschläge überschatteten für den bei Paris Saint-Germain spielenden Ibrahimovic den Sieg der schwedischen Elf. Foto: Janerik Henriksson

Im Schatten des Terrors von Paris kämpfen acht Nationalmannschaften um die letzten vier Tickets für die Fußball-EM 2016 in Frankreich. Schwedens Top-Stürmer Ibrahimovic ist in Gedanken aber woanders.

Frankfurt/Main (dpa) - Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic konnte sich über das 2:1 im EM-Playoff-Duell gegen Dänemark nicht freuen. Die Terroranschläge in seiner Wahlheimat hatten auch den Stürmer von Paris Saint-Germain zutiefst bestürzt.

"Das ist traurig, das ist tragisch. Ich bin in Gedanken bei den Menschen, die ihr Leben verloren haben und bei deren Familien. Ich habe versucht, mich auf das Spiel zu konzentrieren, aber das war sehr schwer", sagte Ibrahimovic. Wie auch bei der Partie Ukraine gegen Slowenien (2:0) trugen die Spieler Trauerflor und legten eine Schweigeminute ein.

Die Schweden haben nach dem Erfolg in Solna vor dem Rückspiel am Dienstag in Kopenhagen gute Aussichten, nach der verpassten WM-Teilnahme 2014 nun bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich dabei zu sein. Emil Forsberg (45.+2 Minute) von RB Leipzig mit seinem ersten Länderspieltor und Ibrahimovic (50.) per Foulelfmeter schossen für die Gastgeber eine zwischenzeitliche 2:0-Führung heraus. Nicolai Jørgensen (80.) erhielt mit seinem Treffer aber die Hoffung der Dänen aufrecht.

"Der erste Sieg gegen Dänemark seit 1992, und wir bekamen einen Blick auf ein blau-gelbes Spiel und blau-gelbe Krieger, den wir fast schon vergessen hatten", schrieb die schwedische Zeitung "Expressen".

Ibrahimovic sprach von einem "gutes Ergebnis", und das dänische Blatt "Politiken" blickte ganz unparteiisch schon mal auf eine EM-Endrunde mit dem Weltstar: "Zlatan Ibrahimovic ist einer der ganz Großen (...) und Fußball-Europa wird es lieben, den 34-jährigen Schweden im nächsten Jahr in Frankreich zu sehen."

Die Ukraine feierte in Lwiw ein souveränes 2:0 (1:0) gegen Slowenien und darf sich große Hoffnungen für das Rückspiel am Dienstag in Maribor machen. Für die Ukrainer wäre es die zweite EM-Teilnahme nach 2012, als man zusammen mit Polen Gastgeber war. Andrej Jarmolenko (22.) und Jewgeni Selesnjow (54.) trafen gegen die harmlosen Slowenen. Deren Trainer Srecko Katanec hofft dennoch auf eine Überraschung. "Es ist noch nicht vorbei. Wir haben noch ein Heimspiel und wir haben unser Schicksal selbst in der Hand", sagte der Ex-Profi des VfB Stuttgart.

Die Bosnier mit Vedad Ibisevic (Hertha BSC), Emir Spahic (Hamburger SV), Toni Sunjic (VfB Stuttgart) und Mensur Mujdza (SC Freiburg) in der Startelf mussten sich am Freitagabend mit einem 1:1 gegen Irland begnügen. Sie kämpfen bereits an diesem Montagabend im Rückspiel in Dublin um ihren ersten EM-Start. "Das war die erste Halbzeit", sagte Ibisevic trotzig. "Wir spielen noch eine zweite." Auch Chefcoach Mehmed Bazdarevic meinte: "Das Resultat ist unvorteilhaft, aber die Chance ist noch da."

Für beide Teams war die Begegnung in Zenica in der zweiten Halbzeit ein einziges Gestochere im Nebel. Die 13 000 Fans und auch die Trainer und Betreuer auf der Bank sahen nicht mehr viel. So bekam der irische Coach Martin O'Neill nicht viel mit vom Führungstreffer durch Robby Brady (82.): "Das einzige, was ich sagen kann, ist: Das war ein nebliges Tor." Der Ex-Wolfsburger Edin Dzeko (AS Rom) glich drei Minuten später noch aus für den letztjährigen WM-Teilnehmer aus Bosnien. Warum der deutsche Spitzenreferee Felix Brych (München) das Spiel wegen der schlechten Sichtverhältnisse nicht abbrach, blieb den meisten Fans im Bilino Polje Stadion und vor den Fernsehern ein Rätsel.

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