Schweinsteiger bekommt nach Startelf-Debüt Lob und Tadel

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Bastian Schweinsteiger (M.) erhielt Lob und Kritik. Foto: Peter Powell

In seinem vierten Spiel für Manchester United darf Schweinsteiger endlich von Beginn an mitspielen. Und er zeigt, was er kann - wenigstens eine Weile lang. Die Sorgen der Engländer über seine Kondition hat der DFB-Kapitän aber noch lange nicht ausgeräumt.

Manchester (dpa) - Eine knappe Stunde lang hat Bastian Schweinsteiger geackert. Nachdem er hinter Kapitän Wayne Rooney erstmals mit der Startformation für Manchester United aufs Feld durfte, lief es für den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft in der ersten halben Stunde sogar richtig gut.

Zu 100 Prozent überzeugen konnte er beim 0:0 gegen Newcastle aber dann doch nicht. Ungeduld und Enttäuschung über den Einkauf aus Bayern wurde in der zu Übertreibung neigenden englischen Presse schonungslos deutlich: "Abgeschlagen" habe der Deutsche ausgesehen, urteilte die "Sun". "Bastian Schweinsteiger humpelt auf dem Feld des Old Trafford herum. Gewöhnt euch dran", ätzte gar der "Independent".

Hätten die Red Devils mit Nullnummer nicht auch noch die ersten Punkte liegen lassen in der Premier League, wäre das Urteil über den Neuzugang vielleicht gnädiger ausgefallen. Dem von Schweinsteiger eine knappe Stunde organisierten Mittelfeld war eigentlich wenig vorzuwerfen.

Trotz des ersten Saisonsieges des FC Chelsea dürfte sich John Terry manchen Vorwurf machen. Der Verteidiger sah beim 3:2 (3:1) des Meisters wegen einer überflüssigen Notbremse die Rote Karte und brachte den ersten Erfolg der Londoner nach dem Stotterstart nochmal in Gefahr. Letztlich reichte es im 300. Spiel unter Trainer José Mourinho dank des Premierentreffers von Pedro und den weiteren Treffern von Diego Costa (30.) und Cesar Azpilicueta (42.) zum dringend benötigten Erfolg. "Wir steigen nicht ab", skandierten die Chelsea-Fans selbstironisch. James Morrison (35./59.) konnte für die Gastgeber nur zweimal verkürzen.

Im Gegensatz zu Titelverteidiger Chelsea ist Manchester City blitzsauber in die Saison gestartet und verteidigte mit einem 2:0 (0:0) bei Everton auch am Sonntagabend die Tabellenspitze. Für den dritten Sieg am dritten Spieltag sorgten Aleksandar Kolarov (60.) und Samir Nasri (88.). Damit hat die Mannschaft von Trainer Manuel Pellegrini nun insgesamt neun Premier-League-Siege in Folge auf dem Konto. Am Montag hat Liverpool die Chance, mit einem Sieg beim FC Arsenal zumindest nach Punkten mit dem Tabellenführer gleichzuziehen.

Für Schweinsteiger gab es auch Anerkennung. Fast fast alle Angriffe liefen in der Anfangsphase über den Weltmeister. Nach einer halben Stunde hatte kein ManUnited-Spieler mehr Pässe auf dem Konto, nur zwei Zuspiele hatten ihr Ziel nicht erreicht.

Nachdem Schweinsteiger in Minute 27 umknickte, war er allerdings weniger präsent. Seine Kondition und sein Alter waren schon bei Bekanntgabe des Transfers ein Thema auf der Insel. "Der Deutsche zeigte, dass er noch viel Klasse am Ball hat, aber nicht mehr die Beine, um Spiele zu dominieren", resümierte die "Daily Mail" - und fügte noch ein versöhnliches "wenigstens noch nicht" an.

Dass die Hausherren im Old Trafford sich mit dem 0:0 begnügen mussten, war auch Pech: Gleich zu Beginn gab Schiedsrichter Craig Pawson einen Treffer von Rooney wegen angeblicher Abseitsstellung nicht. Die Gegner aus Newcastle waren zäh, kamen nach und nach besser ins Spiel und hatten mit einem Kopfball von Aleksandar Mitrovic (23.) an die Latte sogar die Chance, in Führung zu gehen.

In einer turbulenten Schlussphase vergaben beide Teams Chancen auf einen Siegtreffer - damit hatte Schweinsteiger, der nach 58 Minuten Michael Carrick Platz machte, aber nichts mehr zu tun. Als er vom Platz ging, applaudierten die ManUnited-Fans dem Star aus Germany, doch der war offensichtlich enttäuscht. Nach dem Spiel meldete er sich ein wenig niedergeschlagen zurück: "Leider kein Sieg heute, Druck gemacht, aber Chancen verpasst, nächstes Mal kämpfen wir wieder wieder für drei Punkte."

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