Streit um gleiche Bezahlung: Williams gegen Djokovic

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Novak Djokovic sprach sich für eine bessere Bezahlung der Herren aus. Foto: Daniel Murphy

Das war kein Ass von Novak Djokovic, eher ein unerzwungener Fehler: Mit Aussagen zur Vergütung der Tennisprofis ist der Serbe wohl etwas am Ziel vorbeigeschossen. Wenig später nahm die Nummer 1 seinen provokanten Kommentar zurück.

Miami (dpa) - Die beiden besten Tennisprofis der Welt haben die Diskussion um finanzielle Gleichberechtigung auf der Tour mit kontroversen Meinungen angeheizt.

Der Serbe Novak Djokovic sprach sich am Rande des Turniers in Miami zunächst für eine bessere Bezahlung der Herren aus, die Amerikanerin Serena Williams konterte. Auch der Schotte Andy Murray warb für gleiche Preisgelder im Damen- und Herrentennis. Djokovic entschuldigte sich wenig später für seine Aussagen. Der Serbe und Serena Williams stehen derzeit unangefochten an der Spitze der Weltranglisten.

"Ich glaube, dass unser Herrentennis, die ATP-Welt, um mehr kämpfen sollte, weil die Statistiken zeigen, dass wir viel mehr Zuschauer bei Herrenmatches haben", argumentierte Djokovic zunächst. Dies sei einer der Gründe, "weshalb wir vielleicht besser entlohnt werden sollten". Serena Williams widersprach. "Wenn ich eine Tochter habe, die Tennis spielt, und ich habe einen Sohn, der Tennis spielt, würde ich nicht sagen, dass meinem Sohn mehr Geld zusteht, weil er ein Mann ist", sagte die 34-Jährige, die schon 21 Grand-Slam-Turniere gewonnen hat. "Ich denke, es sollte gleiche Bezahlung geben", meinte Murray, "zu 100 Prozent, besonders bei den kombinierten Turnieren."

Auf seiner Facebook-Seite entschuldigte sich Djokovic bei all jenen, die seine Aussagen falsch aufgefasst hätten. "Euphorie und Adrenalin" nach seinem Turniersieg in Indian Wells hätten ihn zu diesen Kommentaren veranlasst. Er habe lediglich über die fairere und bessere Verteilung der Ressourcen sprechen wollen - "das war sowohl in Bezug auf Männer als auch auf Frauen gemeint". Er wollte damit "keinesfalls einen Kampf der Geschlechter und um Unterschiede in der Bezahlung" anzetteln, versicherte der 28-Jährige.

Ausgelöst wurde die Diskussion durch Macho-Sprüche von Raymond Moore, dem Turnierdirektor von Indian Wells. Der Südafrikaner hatte weibliche Spielerinnen beleidigt und herabgesetzt. Die Internationale Vereinigung der Tennis-Spielerinnen (WTA), sagte Moore, sei lediglich ein Art Anhängsel des Männer-Tennis. Noch in der Nacht nach seinen Äußerungen trat er zurück.

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