Baunataler Hürdenläuferin Pamela Dutkiewicz präsentiert Ausstattung

71 Teile: So werden die Olympia-Athleten eingekleidet

Ein Raum voller Olympia-Klamotten: Pamela Dutkiewicz hat die Ausstattung für die Spiele in Rio de Janeiro daheim ausgebreitet.

Kassel. „Nie zuvor habe ich an einem Tag so viel eingekauft, nie zuvor habe ich an einem Tag so viele Kleidungsstücke zur Anprobe an- und ausgezogen.“

Für Pamela Dutkiewicz war die Einkleidung der deutschen Olympiastarter in Hannover ein unvergessliches Erlebnis - „ein toller Tag wie im Rausch. Denn alle 71 Teile, die wir erhalten haben, tragen die olympischen Ringe und den Bundesadler. Da ist mir klar geworden, dass mein Traum von Olympia wirklich wahr wird“, beschreibt die Hürdensprinterin des TV Wattenscheid, die aus Baunatal stammt, ihre „unendlich vielen positiven Gefühle“. Ihr besonderer Tag, zusammengefasst in Zahlen:

1 Flasche Bier der Spezialabfüllung „Rio“ gab’s für die Olympioniken. Dutkiewicz: „Ich habe sie meinem Vater geschenkt, er freut sich.“

2 Fläschchen Nagellack wird sie mitnehmen nach Brasilien. Neonpink und knallrot - passend zu ihren leuchtenden Rennschuhen („neongelb und pink“). A propos: Insgesamt gab’s vier Paar Sport- und Freizeitschuhe inklusive Flipflops. Das Problem: Nur in Wettkampf und Training darf die Läuferin die sechs Paar ihrer persönlichen Rennausrüstung tragen, die von einem anderen Sponsor stammt. Der Knüller: Lackschuhe in den Nationalfarben schwarz-rot-gold - „ein echter Hingucker“.

3 Stunden beinahe dauerte die Einkleidung für Dutkiewicz in einer Kaserne, ingesamt zwei Wochen sind nötig, bis alle deutschen Sportler und Funktionäre ausgerüstet sind.

4 Umkleidekabinen nur standen zur Anprobe zur Verfügung. „Aber das ist kein Problem, Sportler sind da unkompliziert. Die Soldaten an den Ausgabestellen hat’s gefreut.“ Grundsätzlich aber war die Einkleidung super geplant und vorbereitet. „Wie beim Bund eben.“

5 Geschenke von Sponsoren gab’s dazu. Artikel zur Körperpflege wie eine elektrische Zahnbürste, eine Pflasterbox und sogar eine Brotdose. Mit Inhalt. Für Notfälle.

7 Trolleys, Taschen und Rucksäcke erhielt jeder Sportler. Doch Dutkiewicz sagt: „Ich weiß gar nicht, wie ich alles unterbekommen soll. Denn es kommen ja auch noch einige persönliche Dinge hinzu.“ 30 kg Gepäck dürfen es nur sein.

18 Tage noch hat die Baunatalerin Zeit, dieses Problem zu lösen, denn am 10. August startet der Flieger nach Brasilien. Sogar Kompressionsstrümpfe für die Reise wurden ausgegeben. Ernst wird es dann sechs Tage später am 16. August um 16 Uhr MESZ mit den Vorläufen. „Die nächsten Runden sind dann an den nachfolgenden Tagen“, sagt Dutkiewicz und hofft auf ein Weiterkommen.

36 steht auf dem Größenschild des „feinen, edlen Windmantels für die Eröffnungsfeier“. Den gab’s, obwohl die Läuferin die Zeremonie noch daheim am Fernseher verfolgen wird. Aber: „Der ist mein Lieblingsstück. Tolles Material, silbergrau mit goldenen Knöpfen, zum Verlieben.“

424 deutsche Sportler fahren nach Rio. „Und nur wir haben die tollen Klamotten. Olympia ist wirklich etwas ganz Besonderes.“

Zur Person

Pamela Dutkiewicz (24),1,70 m, 61 kg, geboren in Kassel, aufgewachsen in Baunatal, lebt in Gelsenkirchen, studiert in Dortmund für Grundschullehramt und startet für den TV Wattenscheid. Die Hürdenläuferin (100 m in 12,85 Sek.) hat es bei ihrem EM-Debüt ins Finale geschafft und wird erstmals bei Olympia starten. (sam)

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