Trotz Kerber-Niederlage: Warum das Wimbledon-Finale großes Tennis war

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Wimbledon Championships

Angelique Kerber hat das Finale gegen Serena Williams zwar verloren. Doch die Partie war großer Sport. Ein Kommentar von Michaela Streuff.

Wer an diesem Samstagnachmittag lieber ins Freibad gegangen ist und kein Tennis geschaut hat, dem sei gesagt: Er hat großen Sport verpasst. Denn auch wenn Angelique Kerber den ersten deutschen Triumph in Wimbledon seit Steffi Graf 1996 verpasst hat – was die Kielerin und Serena Williams da auf dem Center Court zeigten, das war ganz großes Tennis. Ein packendes Finale, das mehr Spannung bot als so manche Spiele bei der Fußball-Europameisterschaft. Mit zwei Kontrahentinnen, die sich nicht schenkten, die sich teils sensationelle Ballwechsel lieferten, in einem Match, in dem Nuancen letztlich den Ausschlag zugunsten der US-Amerikanerin gaben.

Sie war da, als sich ihr die Chance zum Break bot: Als sich Kerber bei eigenem Aufschlag beim Stand von 5:6 im ersten Satz zwei unnötige Fehler leistet, nimmt Williams ihr den Aufschlag ab und gewinnt den ersten Satz. Als Kerber beim Stand von 3:4 im zweiten Durchgang die Rückhand verreißt, liegt Williams plötzlich 5:4 vorn und bringt ihr letztes Aufschlagspiel zu Null durch. Kerber indes ließ ihren einzigen Breakball der gesamten Partie ungenutzt. Und letztlich war eben Williams’ überragendes Aufschlagsspiel der Schlüssel zu dem Erfolg, gegen das Kerber kein Mittel fand.

Doch es sind auch die Gesten nach dem Spiel, die diesen Tennis-Nachmittag zu einem ganz besonderen gemacht haben. Williams und Kerber liegen sich nach der Partie in den Armen. Gratulieren sich und bringen ihre gegenseitige Wertschätzung zum Ausdruck. Längst nicht selbstverständlich in einer Sportart, in der die Spielerinnen Einzelkämpfer sind.

Williams hat nun Grafs Rekord von 22 Grand-Slam-Siegen eingestellt. Und Kerber? Die darf sich in dieser starken Form auf die Olympischen Spiele in Rio freuen.

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