U-20-Frauen-WM: Papua-Neuguinea richtet erstmals Fifa-Turnier aus

Huli-Männer bei Tari: Die Hulis leben im südlichen Hochland der Hauptinsel. Ihre Kopfbedeckung zählt zu dem Kunstvollsten und Kuriosesten, was der Pazifikstaat hervorgebracht hat. Die Perücken werden aus dem Echthaar ihrer Träger hergestellt. Foto: dpa

Kassel. Als Titelverteidiger ist die U-20-Nationalmannschaft der Fußballfrauen gelandet - in Port Moresby, Hauptstadt des drittgrößten Inselstaates der Welt: Papua-Neuguinea. Sonntag startet die Mission Titelverteidigung.

Wir blicken vorab auf das Land, das mit großen Sportereignissen bisher wenig in Verbindung gebracht wurde.

Das Turnier 

Zum ersten Mal ist Papua-Neuguinea Gastgeber eines Fifa-Turniers. Doch eigentlich sollte der Wettbewerb ganz woanders stattfinden. Im Dezember 2013 erhielt Südafrika den Zuschlag. Mitte 2014 verzichtete der Verband aber auf die Ausrichtung. In einer neuen Wahl erhielt der Pazifik-Staat den Zuschlag für das Turnier. 16 Mannschaften haben sich für den Wettbewerb qualifiziert, darunter vier Europäer. Das Finale findet am 3. Dezember statt.

Das Land 

13 452 Kilometer Luftlinie liegt der Inselstaat in Ozeanien im Norden Australiens entfernt von Deutschland. Mit knapp 7,5 Millionen Einwohnern hat das Land zweimal so viele Bewohner wie Berlin. Flächenmäßig ist der Inselstaat so groß wie Japan. Die Amtssprache ist Englisch, doch auch eine Vielzahl anderer Sprachen sind in Papua-Neuguinea verbreitet.

Das Land besteht aus der Insel Neuguinea und mehreren vorgelagerten Inseln und Inselgruppen, auf denen mehr als 750 Völkerstämme leben. Der westliche Teil West-Papua gehört zu Indonesien. Seit 1975 ist das Land unabhängig und gehört dem britischen Commonwealth an – somit ist Königin Elizabeth II. das Staatsoberhaupt.

Der Sport 

1976 nahm das gerade unabhängig gewordene Land erstmals an Olympischen Spielen teil – in Montreal mit sechs Sportlern. In Rio dieses Jahr waren acht Athleten in den Disziplinen Judo, Taekwondo, Leichtathletik, Schwimmen und Boxen dabei.

Im Fußball konnte die Herren-Nationalmannschaft in jüngster Vergangenheit einige Erfolge verbuchen. Bei der Ozeanien-Meisterschaft stand das Team vom dänischen Trainer Flemming Serritslev erstmals unter den letzten Vier. Sie erreichten sogar das Finale, das die Mannschaft gegen Neuseeland verlor. Das Turnier ist Teil der WM-Qualifikation 2018. Sechs Teams sind dort noch übrig. Zwei Gruppen wurden für den weiteren Verlauf ausgelost: Die nächsten Gegner sind Salomon-Inseln und Tahiti. Der Gewinner des abschließenden Ozeanien-Finals kämpft dann gegen das fünftplatzierte Team der Südamerika-Qualifikation um einen Startplatz für die WM.

Seit 1966 gibt es übrigens auch ein Rugby-Team auf der Insel – das beste Ergebnis bei sechs WM-Teilnahmen war 2000 das Viertelfinale.

Das deutsche Team 

Die Elf von Maren Meinert hat eine Mammutanreise hinter sich. Insgesamt 18 Stunden Flug liegt hinter dem Team. Die ersten Trainingseinheiten sind abgespult, die Konzentration gilt der Auftaktpartie gegen Venezuela (Montag, 7 Uhr/live auf Eurosport).

Auf Abruf stehen übrigens auch zwei gebürtige Spielerinnen aus Nordhessen. Melissa Friedrich (Bayer Leverkusen) und Isabella Möller (1. FFC Frankfurt) sind im Fall eines Ausfalls im Kader bereit.

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